Lange Trabrenntradition in Ljutomer

In Ljutomer, im Osten Sloweniens, wurde schon vor mehr als 140 Jahren ein Trabrennverein gegründet. Am Sonntag, dem 5. November, findet das letzte Trabrennen der Saison statt.

„Lutter King“ ist der klingende Name eines speziellen Trabrennpferdes, wie sie nur in der Region Prlekija um Ljutomer gezüchtet werden. Die Auslese der Pferde für den Trabrennsport ist streng, erklärt Pferdebesitzer und Trainer Slavko Makovec: „Ein Trabrennpferd muss eine gute Herkunft haben. Aber das ist nicht alles. Es braucht auch einen guten Trainer und natürlich viel Glück. All diese Komponenten machen dann ein erfolgreiches Rennpferd aus.“

SSC Ljutomer Trabrennen
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„Lutter Kind“ beim Training für das nächste Rennen

Kleines Museum mit Schwerpunkt auf Trabrennsport

Entspannt und doch hochkonzentriert zieht Fahrer Joško regelmäßig seine Runden mit dem fünfjährigen „Lutter King“. Die Trabrennbahn in Ljutomer ist 1.000 Meter lang, die Renndistanz beträgt dann 1.600 oder sogar 2.600 Meter. „Lutter King“ konnte schon den einen oder anderen Sieg erringen, wie überhapt der Trabrennverein Ljutomer auf eine erfolgreiche Geschichte zurückblickt. Im kleinen Museum ist diese nachvollziehbar, auch die enge Verbindung zu den Züchterfamilien.

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Museum in Ljutomer

Trabrennpferde in Ex-Jugoslawien besonders gefragt

Präsident Janez Slavič sagt, die Pferde bedeuteten früher alles. Ihr Verkauf ermöglichte vielen Höfen das wirtschaftliche Überleben: „Jene Pferde, die für Trabrennen eingesetzt wurden, waren noch einmal teurer und wurden nicht nur in der Region, sondern in allen Länder der Monarchie verkauft und natürlich dann auch im gesamten Jugoslawien.“

Die Pferde aus der Prlekija sind noch heute ein Begriff und nicht nur Einheimische kommen gern zu den Rennen. Mit dem Bewerb am 5. November geht die heurige Saison zu Ende.

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Das Stadthaus am Hauptlatz´von Ljutomer

Ljutomer: Kleinstadt mit wechselvoller Geschichte

Ljutomer ist eine Kleinstadt und Gemeinde in Slowenien, unweit der kroatischen Grenze. Sie liegt in der historischen Landschaft Spodnja Štajerska (Untersteiermark), ist heutzutage allerdings der statistischen Region Pomurska zugeordnet.

Sendungshinweis:

„Servus, Srecno, Ciao“, 28.10.2017

Im Pfarrarchiv von Ljutomer lagert eine handgeschriebene Chronik, in der die wichtigsten Ereignisse der Stadt festgehalten sind. Gleich neben an steht die Pfarrkirche, die Johannes dem Täufer geweiht ist. Der ursprünglich romanische Bau wurde im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Es folgte eine wechselvolle Geschichte.

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Loch von Plünderung noch heute in Kirche sichtbar

Eine aus heutzutage recht amüsante Episode ist aus dem Jahr 1704 bekannt. Die Bürger lagerten damals die Stadtkasse in der Schatzkammer im Kirchturm. Aufständische Kuruzzen plünderten diese. Das Loch in der Decke, über das sie eingestiegen waren, sieht man noch heute.

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Stadt der vier Plätze

Auf den Plätzen der Stadt wurden früher viele Märkte abgehalten. Davon handelt auch einer der ersten Filme Sloweniens. Er stammt vom Karl Grosman, einem Intellektuellen seiner Zeit.

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Bibliothekar Srečko Pavličič erklärt, dass in Ljutomer insgesamt vier Plätze durch die Verbindung von mehreren Siedlungen um den Alten Platz und den Kirchplatz entstanden: „Manchmal wissen wir nicht, was wir mit ihnen anfangen sollten, weil zwei davon einfach zu groß sind. Stolz sind wir auf den Miklosič-Platz, der als einer der schönsten Plätze Sloweniens gilt. Wir freuen uns aber auch über den kleinsten Platz, benannt nach Janko Babič. Dort gibt es nur zwei Hausnummern.“

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Dazu kommt noch, dass der sogenannte Kleine Platz heute kaum als solcher erkennbar ist. Der Alte Platz hat ein ganz eigenes Flair. Lindenbäume, die zu verschiedenen wichtigen Ereignissen gepflanzt wurden, prägen sein Bild.

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Lindenbäume am Alten Platz

Franz Miklosič, Sprachwissenschaftler und Begründer der modernen Slawistik, ist ebenfalls ein Platz gewidmet.

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