Slowenische Feuerwehren trainieren für Villach

Feuerwehren in Slowenien und Österreich sind historisch eng miteinander verbunden. Derzeit laufen die Vorbereitungen für die internationalen Feuerwehrbewerbe in Villach auf Hochtouren, an denen auch Abordnungen aus Slowenien teilnehmen.

Die Damenmannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Hajdoše , in der Nähe von Ptuj, holte bereits mehrmals Gold bei internationalen Wettberwerben. Gruppenkommandantin Tjaša Glažar sagt, dass derzeit bis zu drei Mal pro Woche für die Olympischen Bewerbe in Villach trainiert werde. Das Ziel sei zweifelsohne der Sieg: „Wir waren vor vier Jahren die Sieger und wollen die Goldmedaille natürlich verteidigen.“

Slowenien Training Villach Feuerwehrwettbewerbe
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Beim Löschangriff muss jeder Handgriff sitzen

Villach Austragungsort internationaler Wettkämpfe

Auch die Herrenmannschaft aus dem Nachbarort Starse bereitet sich schon seit einiger Zeit auf die internationalen Bewerbe in Villach vor. Hermann Debriacher, Koordinator der Internationalen Feuerwehrwettbewerbe in Villach, war mit einer Kärntner Abordnung beim Training dabei und freut sich auf die Teilnahme der slowenischen Kameraden.

Er sagt, die Draustadt werde durch die internationalen Bewerbe eine Woche lang national und international in der Auslage stehen. Sie finden von 9. bis 16. Juli in Villach statt. Am Programm stehen die 16. Internationalen Feuerwehrwettbewerbe und die 21. Internationalen Jugendfeuerwehrbegegnung.

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Zum Abschied wurden von der Kärntner Delegation noch Andenken überreicht

Alles begann im Schloss Metlika

Wer mehr über die enge Beziehung der Feuerwehren von Österreich und Slowenien erfahren möchte, sollte das Schloss Metlika in der Bela krajna (Weißkrain) besuchen. Sie liegt an der Grenze zu Kroatien und ist auch als das südlichste Weinbaugebiet Sloweniens bekannt.

Sendungshinweis:

„Servus, Srecno, Ciao“, 1.7.17

Dort gründete Josip Savinšek 1869 die erste Freiwillige Feuerwehr Sloweniens, das damals noch Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie war. Bauern, ein Lehrer, Musikanten, zwei Rauchfangkehrer und andere Handwerker - insgesamt 28 Mann bildeten eine starke Truppe zur Unterstützung von Menschen in Not. Noch heute dominiert in Slowenien der Geist der Freiwilligkeit, wenn es darum geht, zu helfen.

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Josip Savinšek, Begründer der erstem Freiwilligen Feuerwehr Sloweniens

Großes Netzwerk an Freiwilligen Helfern

Petra Planinc vom Feuerwehrmuseum Metlika sagt, in Slowenien gebe es zurzeit 152.000 freiwillige Feuerwehrmitglieder bei 1.400 Feuerwehren: „Damit sind wir die größte Hilfsorganisation des Landes. Neben den Freiwilligen haben wir auch die Berufsfeuerwehren in größeren Städten wie Ljubljana, Koper oder Maribor mit rund 500 Mitarbeitern.“

Auch die Jugend hat ihren fixen Platz bei den Helfern und Frauen gehörten schon in Monarchie den slowenischen Feuerwehren an.

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Historische Aufnahme von Slowenischen Feuerwehrfrauen

Enge Verbindung zu Österreich

Zu Österreich gab es immer eine enge Verbindung. Eine Leiter im Museum von Metlika ist aus dem Jahr 1880 und stammt aus Wien. Auch zahlreiche weitere historische Exponate weisen auf die guten Kontakte zu den Nachbarn hin.

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Sammlung historischer Ausrüstungsgegenstände

Bundesfeuerwehrkommandant Franc Petek sagt, dass die Zusammenarbeit - geschichtlich betrachtet - schon seit der Monarchie sehr gut funktioniere: „Diese wird auch jetzt zwischen den Feuerwehrverbänden aktiv gelebt. Es gibt auch enge Kontakte zwischen einzelnen Feuerwehren über die Grenzen hinweg, wo ja auch im Ernstfall die tatsächliche Zusammenarbeit wichtig ist.“

Feuerwehrpumpen ist im Museum von Metlika ein eigener Pavillon gewidmet. Dort ist auch ein Modell mit Dampfbetrieb zu sehen, das ebenfalls aus Wien stammt. Eine französische Pumpe mit einer Förderleistung von 1.000 Litern pro Minute war zu ihrer Zeit eine kleine Sensation.

Das „Slovenski Gasilski Muzej“ in Metlika befindet sich in der Trg Svobode 5 und ist dienstags bis samstags von 9.00 bis 14.00 Uhr geöffnet.

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