Oberkrain war k.u.k.-Imkereizentrum

Oberkrain war in der Habsburgerzeit ein Zentrum der Bienezucht. In einem Barockpalais mitten in Radovljica befindet sich das Imkereimuseum. Im Wirtshaus im Ortszentrum pflegt man die Lebkuchentradition, bei dem Honig ja auch eine Rolle spielt.

Experten wie Anton Jansa wirkten weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus. Jansa wurde von Kaierin Maria Thersia zum Imkerlehrer ernannt und schrieb Standardwerke über das Leben der Biene, die Honigernte und weitere Themen.

SSC Imkereimuseum Oberkrain Lebkuchen
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Die „Apis melifera Carnica“ ist nicht umsonst weit verbreitet und beliebt, so Imker Blaz Ambrozic: „Oberkrain ist für die Bienenzucht ein schwieriges Gebiet. Gerade daraus entstehen die positiven Eigenschaften der Krainer Biene. Über den Winter benötigt diese Biene sehr wenig Futter, im Frühjahr entwickeln sich die Bienen extrem schnell, und im Sommer ist die Population dann riesig.“

Sendungshinweis:

Servus Srecno Ciao, 11. März 2017

Friedfertige Bienen

Bekannt sei die Bienenart auch für ihre Friedfertigkeit, deshalb können sich die Imker den Tieren auch ohne Schutzbekleidung nähern. Auch die Geschichte der Bienenstöcke ist in Radovljica dokumentiert. Bis zum heutigen Magazinstock gab es unzählige Varianten in verschiedensten Größen und Ausführungen. Das gemeinsame Ziel war es, den fleißigen Bienen eine gute Behausung zu bieten und ihnen so das Honigsammeln schmackhaft zu machen.

SSC Imkereimuseum Oberkrain Lebkuchen
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Kunstvoll bemalte Stirnbrettchen von alten Bienenstöcken werden im Museum ebenso gezeigt. Religiöse Motive, Themen aus dem Alltag der Bevölkerung ganz allgemein und der Imker im Besonderen sowie lustige Szenen mit viel Fantasie waren die Hauptmotive. Tita Porenta vom Imkereimuseum: „Diese bemalten Bienenbrettchen sind zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschwunden. Heute sind sie vor allem Sammlerobjekte. Sehr viele sind in slowenischen Museen zu besichtigen und viele bei den privaten Sammlern.“

Musikalischer Wirtshausbesuch

Das Gasthaus am Hauptplatz von Radovljica wird heute von der Familie Andrejas betrieben. Wirt Joze unterhält gerne seine Gäste mit Musik, die große Spezialität des Hauses sind aber - neben kulinarischen Köstlichkeiten aus der Region - vor allem die Lebkuchenherzen, die in allen Größen und verschiedensten Dekorationen hergestellt werden.

Die Tradition des Lebkuchenbackens begann hier im Jahr 1766, die Gaststätte wurde erst knapp sechzig Jahre später eröffnet. Das Rezept für den Teig mit hochwertigem Honig aus Oberkrain ist aber bis heute gleich geblieben.

SSC Imkereimuseum Oberkrain Lebkuchen
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Tradition wird fortgeführt

Mit Mojca Andreas, der Tochter der Wirtsfamilie, ist eine junge Expertin am Werken. Lebkuchen bedeutet ihr sehr viel und die Erhaltung der Tradition liegt ihr besonders am Herzen: „Wir führen diese Tradition gerne weiter und sind sehr froh, weil Lebkuchen lieben alle Generationen, vom Kind bis zu den Großeltern. Es ist auch noch immer ein Geschenk der Liebe, für Hochzeiten, Geburtstage und Jubiläen. Diese Tradition lebt weiter.“

Das Dekorieren der Lebkuchenherzen ist Mojcas Spezialität. Ob nach dem traditionellen Schema oder ganz nach Wunsch der Kunden und Gäste, für Mojca ist fast alles möglich und mit viel Liebe entsteht aus einem Rohling ein kunstvoll verziertes Traditions-Herz.

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