„Laufarji“ pflegen Fasching in Cerkno

In Cerkno, in der Region Goriška, haben die „Laufarji“ Tradition. 25 verschiedene Figuren bilden ihre Gruppe, die einen uralten Faschingsbrauch pflegt.

Eingebettet in eine interessante Berglandschaft liegt Cerkno, wo sich im Ortskern neben traditionellen Bauernhöfen auch noch einige historische Gebäude befinden. Im ehemaligen Gericht ist heute das Museum des Ortes untergebracht. Dort sind auch die „Laufarji“, die Läufer von Cerkno, ausführlich dargestellt und beschrieben.

Laufarji Fasching Slowenien
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Historische Aufnahme der „Laufarji“

Brauch nach Wiederbelebung auch bei Jugend beliebt

Seit wann es diese Figuren gibt, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich sind die Läufer schon seit Jahrhunderten unterwegs. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg war dann aber Schluss. Nur dank eines beherzten Bürgers kam es 1956 zu einer Wiederbelebung, erzählt Milojka Magajne vom Museum in Cerkno: „Dieser Brauch ist ein starker Faktor der lokalen Identität und die Bevölkerung identifiziert sich sehr damit. Weil die Jugend auch mitmacht, bin ich überzeugt davon, dass dieser Brauch auch weiter gepflegt wird.“ Mitglied des Laufarji-Vereines zu sein, ist vor allem für den Nachwuchs ein großes Ziel.

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Gehekelte „Laufarji“

Die „Laufarji“-Figuren, dargestellt in Häkeltechnik, sind derzeit als Sonderschau ebenfalls im Museum von Cerkno zu sehen.

25 verschiedene Charaktere

Die Gruppe der Laufarji besteht aus 25 verschiedenen Figuren. Die wichtigsten Masken sind - neben dem Fasching „Pust“ - jene der alten Frau, des alten Mann, der Hirte und der sogenannte „Wergige“. Seine Kleidung besteht aus Werg, also Überresten von der Leinenweberei.

Sendungshinweis:

„Servus, Srecno, Ciao“, 25.2.17

Toni Platiše verkörpert einen Bauern vom Land, der auch ein Hirte ist: „Es ist eine Ehre für mich, der Gruppe der Laufarji anzugehören, weil wir damit unser Kulturerbe pflegen. Es ist auch viel Spaß dabei und ich wünsche mir, dass dies auch so weitergeht.“

Alte Masken werden restauriert

Wie schon vor hunderten Jahren werden die hölzernen Masken der Laufarji aus Lindenholz geschnitzt, bearbeitet und bemalt.

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Maskenschnitzen

Beinahe menschliche Züge sind typisch für Cerkno, sagt Schnitzmeister Vid Brezelj: „Die Masken unseres Vereins sind sehr alt, deshalb müssen einige erneuert werden. Jedes Jahr restauriere ich ein paar davon. Von denen, die sich nicht restaurieren lassen, mache ich eine Kopie aus dem gleichen Holz, mit dem gleichen Werkzeug und der gelichen Technik wie auch das Original angefertigt wurde. Das ist für mich eine große Genugtuung. Damit pflege ich das Kulturerbe und die Tradition, die für Cerkno typisch ist.“

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Unrühmliches Ende für „Pust“

Die Laufarji absolvieren in der Zeit vor dem Faschingshöhepunkt mehrere Umzüge, bei denen es verschiedene Aufgaben zu lösen gilt. Am Faschingsdienstag geht es dann recht brutal zu, wenn in einer Art Gerichtsverhandlung der Fasching, „Pust“, zum Tode verurteilt wird. Die Burschen von Cerkno stört das nicht, sie sind mit Begeisterung dabei.

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