Viel Arbeit im Herbst für Kräuterexpertin

Brigitte Fischer vom Watzenighof am Sternberg nahe Velden am Wörthersee ist Expertin, wenn es um die verschiedensten Beeren, Kräuter und andere Naturprodukte geht. Im Herbst sammelt und verarbeitet sie die Kräuter zu verschiedensten Produkten.

Die rund zehn Hektar Grund um ihren Hof am Sternberg bei Velden sind für die Bäuerin Brigitte Fischer wie eine Speisekammer: „Wenn ich nach draußen gehe und über die Wiese spaziere, werden mir die Naturprodukte fast schon vor die Füße gelegt.“

„Unendliche Weiten“ der Kräuterwelt

Gerade im Herbst hat die Bäuerin viel zu sammeln und zu verarbeiten. „Wir machen unter anderem Wildkräutersalz. Rund um den Stall alleine finde ich schon an die 30 Kräuter, die ich in mein Salz gebe.“ Dazu kommt noch die Ernte aus dem Obstgarten, woraus Marmeladen und verschiedenste Sirup-Arten gemacht werden. „Himbeeren, Brombeeren, Ribisel und Schwarzer Holunder wachsen in meinem Garten“, so die Naturliebhaberin.

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Bei genauer Begutachtung lassen sich auch auf vielen Wiesen Kräuter finden

Jetzt seien auch noch viele Kräuter für die Tinkturen zu ernten, wie die Bäuerin sagt. „Kräuter werden eingeschnitten und in unserem eigenen Schnaps angesetzt. Je nach Kraut werden die Volumsprozent ausgewählt - so entsteht unser Kräuter-Likör.“ Neben Likör wird aber auch Kräutersalz vertrieben. „Die Goldrute zum Beispiel ist Blasenstärkend und lässt sich jetzt noch im Wald finden.“

Eng mit der Natur verbunden

Das einzusammeln, was die Natur bietet, ist immer wieder eine Freude, sagt die Bäuerin: „Für mich ist das nie Arbeit. Ich lass es einfach auf mich zukommen und finde dann die verschiedensten Kräuter, sammle diese und Wochen später sind die Kräuterprodukte schon fertig.“

Sendungshinweis:

Radio Kärnten Stadt-Land, 19.09.17

Trotz der vielen Arbeit zeigt sich Brigitte Fischer nie gestresst: „Wenn die sich Leute mehr in die Natur hinein versetzen und sich auch nicht den Hausverstand nehmen lassen würden, würde es jedem so gehen“, ist die Kräuterexpertin überzeugt. „Während dem spazieren über Wiesen oder durch den Wald bin ich immer schon sehr dankbar. Wenn ein Produkt auch einmal nicht so gut wird wie erwartet, weil es Ungeziefer oder Frost gab, gibt ein anderes Produkt dafür wieder mehr. Ich würde nicht sagen, dass ich schon jemals ein schlechtes Jahr hatte.“

Keine leichte Zeit für Landwirte

Brigitte Fischer verkauft ihre Produkte „frei Hof“ und auf verschiedenen Märkten. Das Leben in der Landwirtschaft ist jedoch nicht immer leicht. „Wir sind ein kleiner Betrieb, der sich auf die Verarbeitung von Obst spezialisiert hat, wir leben davon und sind zufrieden. Zwar wird es uns nicht leicht gemacht - man wird fast zu einem Stillstand gezwungen, aber wahrscheinlich ging es der Landwirtschaft schon immer so“, sagt die Bäuerin über die aktuelle Lage. „Es geht ja nicht nur darum Geld zu verdienen, man möchte ja auch in neue Maschinen investieren, damit die Kinder, wenn sie einmal den Hof übernehmen nicht mit alten Geräten arbeiten müssen.“

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Die Vielfalt von Kräutern lässt sich in einigen Produkten widerspiegeln

Trotzdem weiß Brigitte Fischer was zu tun ist: „Es kommt einfach auch darauf an, immer wieder neue Wege zu gehen. Ich habe auch immer neue Ideen seitdem ich gelernt habe offen zu sein und mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Man muss nicht immer den anderen etwas nachmachen, aber man kann sich immer Tipps holen.“

Entscheidung nie bereut

Brigitte Fischer hat, bevor sie Bäuerin wurde, in einer Bank gearbeitet. Heute möchte sie den Hof und die Arbeit, die damit anfällt nicht missen: „Oft hat sich die Frage gestellt, ob ich nicht doch arbeiten gehe, aber ich bin froh, dass ich Bäuerin sein kann. Man bekommt jeden Tag etwas von den Kunden zurück, es beginnt schon, wenn sie mit einem Lächeln in den Laden kommen.“

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