Weiter Disput um Kaster & Öhler

Die geplante Ansiedelung des Mode-Großkaufhauses Kastner & Öhler in Klagenfurt bleibt umstritten. In der „Streitkultur“ ging eine Expertin davon aus, dass eine Ansiedlung der Innenstadt gut tun würde, aber nicht allen Händlern.

Seit drei jahren wird um die Ansiedlung von Kastner & Öhler in Klagenfurt diskutiert. Der Standort Waaggasse, direkt neben dem Einkaufszentrum City-Arkaden, wird von Kastner angestrebt. Die Händler fürchten weitere Geschäftsschließungen, so Max Habenicht: „Ich vermisse eine Gesamtdiskussion, wie lebe ich in einer Innenstadt. Es geht um ein Gesamtkonzept mit Wohnen und Gewerbe.“

Unterschiedliche Erfahrungen der Händler

Die Obfrau der Innenstadtkaufleute, Cornelia Hübner, erinnert an die Ansiedelung der City Arkaden vor zehn Jahren: "Damals haben 120 Geschäfte an einem Tag zusätzlich aufgesperrt. Die Händler in der Stadt haben sich Nischenprodukte gesucht, mit denen wir leben können. Wir wollen jetzt nur weiter überleben und keine zusätzlichen Handelsflächen mehr. Andere Erfahrungen hat der Händler Oliver Köck mit seinem Geschäft in der Bahnhofstraße. Er sagt, seine Kunden kaufen sehr wohl in den City Arkaden ein, da gebe es eine Achse, die auch Frequenz bringt.

Sendungshinweis:

Radio Kärnten Streitkultur; 24.4.2017

Diskussion in SPÖ und FPÖ noch offen

Die Bürgermeisterin von Klagenfurt, Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ), will den Standort Waagplatz genehmigen, wenn das auch für die Kaufleute ein Vorteil ist. Es fehlten aber derzeit fundierte Grundlagen, der Antrag und die schlüssige Verkehrsführung sowie Stellungnahmen von Tiefbau, Stadtplanung und den Verkehrsbetrieben. Wenn das am Tisch liege, werde man entscheiden, so Mathiaschitz.

Vor allem ein schlüssiges Verkehrskonzept der Stadt, das erklären soll, wie die zusätzlichen Einkäufer durch die Innenstadt kommen sollen, gibt es noch nicht. Verkehrsreferent Christian Scheider (FPÖ) sagte dazu, er glaube, dass die massive Frequenz, die durch K&Ö entstehen würde, für die Stadt wichtig wäre. Man müsste dem Projekt eine Chance geben.

ÖVP strikt gegen Standort Waaggasse

Widerstand gegen den Standort Waaggasse kommt von der ÖVP: Stadtrat Markus Geiger sagte, Kastner und Öhler bringe nichts, was man nicht schon habe. Wenn man nicht bereit sei, sich zu „bewegen“, werde es ein klares Nein geben. Damit ist ein Ausweichen auf einen anderen Standort gemeint, der Kunden wie ein Magnet auch zu anderen Innenstadtgeschäften ziehen solle.

Die Grünen sind nicht gegen eine Ansiedelung, wollen aber dem gewünschten Standort Waaggasse ebenfalls nicht zustimmen.

Expertin: Das wird es nicht spielen

Das sei aber ein Wunschkonzert, das es nicht geben werde, sagte die Beraterin Hania Bomba von Regioplan. Im Handel tobe zur Zeit ein Orkan, weil der Druck durch den Online-Handel gewaltig sei. Neue Geschäftszentren eröffnen so gut wie gar nicht mehr, so Bomba. Und wenn, dann nur dort, wo es die beste Frequenz gibt, eben wie am Waagplatz in Klagenfurt. Das werde der Innenstadt als Standort definitiv gut tun. Nicht allen in der Innenstadt, es werde zu Verlagerungen kommen.

Kastner & Öhler stellte in einem Interview für die „Streitkultur“ auch klar, dass Alternativstandorte in anderen Teilen der Innenstadt nicht akzeptabel seien. Das Modehaus will in die Waaggasse und erwartet sich noch heuer eine Entscheidung von der Stadt.

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