Niederösterreich will HCB-Heuballen nicht

Am Dienstag hat der nö. Umweltlandesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) bekanntgegeben, dass man die 7.000 Heuballen aus Kärnten, die mit HCB belastet sind, nicht übernehmen werde. Erst am Montag wurde die geplante Lieferung in Niederösterreich bekannt.

Die mit HCB kontaminierten Heuballen sind auf dem Gelände der Wietersdorfer Zementwerke in Klein St. Paul zwischengelagert. Sie sollten dieser Tage zur Kompostierung nach Niederösterreich gebracht werden. Die Grünen in Niederösterreich protestierten bereits am Montag, am Dienstag kam die Ablehnung der Übernahme.

Pernkopf sagte, wenn die Werte unbedenklich seien, dann könnte das Heu genauso gut in Kärnten kompostiert werden. „Wenn die Werte bedenklich sind, dann haben sie in Niederösterreich gar nichts verloren.“ Er sehe nicht ein, warum das Material über Hunderte Kilometer transportiert werden solle. Der Umweltanwalt werde das jetzt prüfen, so Pernkopf - mehr dazu in - Nein zu HCB-Heuballen aus Kärnten.

Aus Zeitung von Transport erfahren

Die niederösterreichischen Grünen erfuhren am Montag aus der Zeitung, dass das Heu aus dem Görtschitztal nach Niederösterreich gebracht werden solle. Der genaue Standort wurde nicht bekanntgegeben. Pernkopf kündigte schon am Montag an, Niederösterreichs Umweltanwalt einschalten zu wollen. Dieser soll alle Angaben überprüfen, die in den vergangenen Tagen gemacht wurden, insbesondere jene, die Kärntens Umweltlandesrat Rolf Holub (Grüne) gegenüber der Landessprecherin der niederösterreichischen Grünen, Helga Krismer, machte.

Heuballen HCB Wietersdorfer
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Die verseuchten Heuballen bei Wietersdorfer

Sie forderte Transparenz: „Was das Gift betrifft, das ist unter Emotionalität aufgeladen. Und wenn man weiß, dass das nach Niederösterreich kommt, ist es einfach ganz normal, dass man fragt, ob das entsorgt oder gelagert wird und wo das stattfinden soll."

Entsorgung bereits zweimal gescheitert

Holub sicherte seiner niederösterreichischen Kollegin in einem Telefonat alle Informationen zu. Man betont auch, dass es sich bei den betreffenden Heuballen um eine extrem geringe HCB-Belastung handelt. Besorgt ist man bei Wietersdorfer. Schon zweimal sprang eine Firma, die die Entsorgung der Heuballen zugesagt hatte, unter politischem Druck wieder ab.

Heuballen HCB Wietersdorfer
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Die Ballen wurden abgedeckt und warten auf ihren Abtransport

Für die Entsorgung der insgesamt 12.000 Heuballen sei Wietersdorfer verantwortlich, so Harald Tschabuschnig von der Umweltabteilung des Landes. „Wietersdorfer muss einen weiteren Entsorger oder Sammler suchen. Darüber hinaus ist es so, dass nach drei Jahren Zwischenlagerung dieses Materials ein Altlastensanierungsbeitrag fällig wird. Das wäre Ende Jänner 2018 der Fall.“

„Alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten“

Die Altlastenabgabe würde in diesem Fall rund 600.000 Euro betragen. Außerdem müsste ein neuer Abnehmer gefunden werden und die Behörden ein weiteres Mal eine Lagerung für eine gewisse Zeit auf dem Gelände von Wietersdorfer genehmigen. Von Wietersdorfer hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme an Radio Kärnten: „Es wurden, was die Firma in Niederösterreich betrifft, alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten, die zuständigen Behörden waren eingebunden.“ Es gehe um eine Menge von 4.000 Tonnen, die in Summe 17 Gramm HCB beinhalten.

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