Greg Holst als VSV-Trainer beurlaubt

Der VSV hat Trainer Greg Holst am Sonntag nach der 2:4 Heimniederlage gegen Innsbruck als Trainer beurlaubt. Kotrainer Markus Peintner übernimmt interimistisch. Der Verein sondiert den Markt nach einem neuen Headcoach.

Die Mannschaft ist nach der Nationalteampause, die vom fünften bis 15. November dauerte, nicht mehr in Tritt gekommen. Daher habe man laut VSV-Obmann Ulf Wallisch reagieren müssen. Die Adler haben in den vergangenen sieben Partien nur vier von 21 möglichen Punkten geholt. Dazu kommt noch die negative Torbilanz von 17 geschossenen und 28 erhaltenen Treffern in dieser Zeitspanne.

Laut Wallisch habe das Team immer wieder versucht einen Lauf zu bekommen, der aber nie stattgefunden hat. „Wir haben zu Saisonbeginn erklärt, wir wollen unter die Top acht, aber die Pause hat uns nicht gut getan. Wir waren davor in einem Stimmungshoch. Man hat es am Eis gesehen und auch gespürt“, so Wallisch, der im Interview mit Tono Hönigmann von einer innerlichen Kündigung der Mannschaft gegenüber Trainer Greg Holst sprach.

Greg Holst VSV Trainer
APA/Georg Hochmuth
Greg Holst hat sich eine Auszeit erbeten

„Einige Spiele waren Dienst nach Vorschrift“

Vor der Nationalteampause gewann die Mannschaft von zehn Spielen sechs, darunter auch gegen den bis damals noch unbesiegten Tabellenführer Wien sowie gegen die beiden Titelanwärter Salzburg und Linz. Dennoch steht der VSV nach dem schwachen Start seit der Pause nach 25 Runden bei nur 30 Punkten und auf Platz neun. Auf Platz sechs und die damit verbundene direkte Playoff-Qualifikation fehlen derzeit sechs Zähler.

Dass die Mannschaft gegen den Trainer gespielt habe, will Wallisch weder der Truppe unterstellen noch Greg Holst anlasten, „aber es hat offensichtlich Spiele gegeben, bei denen man gesehen hat, dass Dienst nach Vorschrift gespielt wurde. Ich denke nicht, dass es der Plan einer Mannschaft ist gegen den Trainer zu spielen“, so der VSV-Obmann.

Gespräch mit Holst am Dienstag

Greg Holst habe sich für Montag eine Auszeit erbeten. Die gebe ihm Wallisch auch. Dienstagvormittag gibt es das erste Gespräch. „Greg Holst hat sehr viel für Villach getan. Er hat in Villach auch eine Spur hinterlassen, die auch Erfolg geheißen hat und da möchte ich ihn nicht unter Druck setzen“, sagte Wallisch, der denkt dass man zu einer guten Lösung kommen werde.

Holst hat in der kommenden Saison noch bei der Jugend des EC VSV einen Vertrag. Das Vertragsende wäre demnach erst im Jahr 2019. Man werde sich laut dem VSV Obmann auch diesbezüglich unterhalten. Man könne sich vorstellen, dass Holst die Jugend wieder übernimmt, die er schon vor seiner Headcoachrolle bei den Adlern über hatte. Es sei aber wichtig jetzt die finanzielle Seite bezüglich der Position als Headcoach besprechen und man müsse für die Profimannschaft planen, bevor man sich um den Nachwuchs für das nächste Jahr angeht.

Markus Peintner übernimmt interimistisch

Der 36 Jahre alte Markus Peinter, der seit der Saison 2014-15 beim VSV als Kotrainer tätig ist, wird die Mannschaft interimistisch leiten und sein erstes Spiel als Cheftrainer am Freitag auswärts in Bozen absolvieren. Wie lange der Vorarlberger, der mit dem VSV als Spieler Meister werden konnte, in dieser Position bleibt, könne Wallisch nicht sagen. „Das werden die nächsten Tage zeigen. Er ist eine Interimslösung mit der Hoffnung auf eine Stimmungsveränderung. Faktoren sind die personellen Verfügbarkeiten auf dem Trainermarkt und die Leistungen der Mannschaft“, so der Obmann, der bereits Namen von Kandidaten im Kopf habe. Nennen wolle er sie aber nicht.

Wer als Kotrainer neben Markus Peintner an der Bande stehen wird, will der Verein in den kommenden Tagen bekanntgeben. „Never change a winning system. Wenn der Erfolg kommt und die Stimmung passt und wir können die Punkte holen, die wir im Plansoll zu holen haben, dann kann man es einmal laufen lassen. Aber ob Peintner eine längerfristige Option ist oder nicht, dazu muss es auch viele Gespräche geben“, so Wallisch. Es sei nach wie vor Wunsch und Auftrag des Vereins die Playoffs zu erreichen und auf das werde man versuchen hinzuarbeiten.

Verein bedankt sich bei Holst

Laut Wallisch müsse der Trainer das Potential, das die Mannschaft laut habe, abrufen und herausarbeiten. Er müsse die Spieler in diese Richtung bringen, damit man Energie und Bereitschaft sehe. Der nächste Schritt müsse sein in den Schnitt zu kommen, damit man so punkte, dass sie die Plätze sechs bis acht in den nächsten Monaten ausgehen würden.

Auf der Vereinshomepage wünscht der VSV Greg Holst für seine Zukunft alles Gute und bedankt sich für seine Arbeit, die der 63 Jahre alte Kanadier im Jahr 2006 mit einem Meistertitel krönte.

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