Immer mehr Patienten bevorzugen Wahlärzte

Immer mehr Patienten in Kärnten entscheiden sich für einen Wahlarzt anstelle eines Kassenarztes - vor allem im Bereich der Frauen- und Kinderheilkunde. Die Zahl der Honorarnoten von Wahlärzten, die bei der Gebietskrankenkasse eingereicht werden, nimmt zu.

Kurze Wartezeiten und persönliche Betreuung sind für viele Patienten die Hauptgründe, warum sie sich für einen Wahlarzt an Stelle eines Kassenarztes entscheiden. Der Patient muss die Untersuchung selbst bezahlen, einen Teil bekommt er aber von der Krankenkasse rückerstattet, wenn er die Honorarnoten einreicht. Diese werden stetig mehr, sagt Johann Lintner, Direktor der Gebeitskrankenkasse Kärnten. Er spricht von einem Plus von sechs bis acht Prozent.

Vor allem im Bereich der Gynäkologie und in der Kinderheilkunde würden mehr Wahlärzte in Anspruch genommen. „Das sind emotionale Bereiche, wo man sagt, für mein Kind will ich den Arzt des Vertrauens haben, will nicht in ein Wartezimmer gehen und mache den Besuch mit Terminvergabe. So steigt die Zahl der Honorarnoten mehr als in anderen Bereichen.“

Kassenstellen oft schwer nachzubesetzen

Parallel dazu werde es für die GKK immer schwieriger, Kassenstellen nachzubesetzen, sagt Lintner. Vor allem in der Frauenheilkunde sei das oft ein Problem. Viele Gynäkologinnen hätten sich als Wahlärztinnen niedergelassen und etabliert. „Die Vereinbarkeit zwischen Beruf, Familie und Freizeit ist für einen Wahlarzt anders gegeben als für einen Kassenarzt. Da haben wir in der Stadt St. Veit und in Klagenfurt ein Problem mit der Nachbesetzung. Glücklicherweise gelingt uns das im nächsten Jahr doch.“

Schwierig bleibt unterdessen die Suche nach Nachfolgern bei den Allgemeinmedizindern, sagt Lintner. Vor allem im ländlichen Bereich bleiben Kassenstellen oft über mehrere Monate unbesetzt.

Darmann: Soziale Ungerechtigkeit

FPÖ-Obmann Landesrat Gernot Darmann ortet eine soziale Ungerechtigkeit. Er kündigte in einer Aussendung für die nächste Landtagssitzung Dringlichkeitsanträge der FPÖ an: „Wir fordern, dass die GKK in den Mangelfächern Kinderheilkunde, Gynäkologie und Neurologie 100 Prozent und nicht nur 80 Prozent ihrer Tarife bei Wahlarztrechnungen ersetzt." Zusätzliche Vertragsstellen müssten geschaffen werden.

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