Sprachkurse erfunden – fünf Monate Haft

Eine Sprachtrainerin ist am Freitag in Klagenfurt wegen schweren Betruges zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Sie erfand über Jahre hinweg Sprachkurse und kassierte dafür Honorare.

Sechs Sprachkurse erfand die 54-jährige Angeklagte von 2010 bis 2015. Dabei gab sie auch 17 Personen an die die Kurse besucht haben sollen. Diese Personen gibt es zwar wirklich, in den Kursen waren sie jedoch nicht.

Unter Verwendung von falschen Einzahlungsbelegen und Bildungsgutscheinen bekam die Angeklagte dann über das Berufsföderungsinstitut und Arbeiterkammer Trainerhonorare, pro Kurs waren das 576 Euro, gesamt also 3.456 Euro. Schließlich fiel auf, dass die Sprachkenntnisse der „Teilnehmer“ und die Inhalte der angeblichen Kurse teils nicht zusammenpassten.

Schadenssumme bar beglichen

Die Angeklagte bekannte sich am Freitag gleich zu Beginn der Verhandlung voll geständig und beglich die Schadenssumme bar. Es tue ihr leid, so die 54 Jährige. Auf die Beweisaufnahme, das Verhör der anwesenden Zeugen sowie die Verlesung von Protokollen wurde dann mit dem Einverständnis aller Beteiligten verzichtet.

Richterin Michaela Sanin verurteilte die Frau zu fünf Monaten bedingter Haft, die Bewährungsfrist dauert drei Jahre. Mildernd wurde gewertet, dass die Angeklagte bislang nie mit dem Gesetz in Konflikt kam und dass der letzte Betrug bereits 2015 getätigt wurde. Das Urteil ist rechtskräftig.

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