Treibacher: Wirbel um Risiko-Studie

Viele Fragezeichen wirft eine Risiko-Studie zum chemischen Stoff Vanadium auf, der in den Treibacher Werken produziert wird. Strittig ist, ob der Stoff krebserregend sein könnte. Das Chemiewerk weist die Anschuldigungen zurück.

Die Treibacher Werke in Treibach-Althofen sind die einzige Fabrik in Österreich, die Vanadium herstellen - und das seit 48 Jahren. Vanadium ist ein Stoff, der Stahl härtet, es aber gleichzeitig auch formbar macht. Chemische Arbeitsstoffe wie dieser waren Donnerstagabend Thema in der ORF-Sendung „Konkret“. Darin ging es auch um eine Studie der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) zum Treibacher Werk.

Treibacher Werke Studie risikostudie konkret krebserregend Vanadium
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Chemiewerk Treibach

Die Studie wurde 2004 bei der AUVA vom Kärntner Arbeitsinspektorat in Auftrag gegeben, durchgeführt wurde sie von der Wiener Universitätsklinik. Die Blutproben von 52 Arbeitern wurden untersucht, laut Studie ist der chemische Stoff Vanadiumoxid DNA-schädigend, was auf ein erhöhtes Krebsrisiko hinweist.

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Studie der AUVA

Ex-Mitarbeiter belastet Treibacher

Zu Gast in der Sendung war auch der ehemalige Schichtleiter der Vanadium-Produktion, Othmar Raab. Er vermutet, dass Vanadium krank macht, er selbst leidet an Blut-Krebs. In seiner aktiven Zeit hätten er und seine Kollegen öfter schwarze Lippen und Zungen gehabt, „als ob man an einem Stück Kohle gelutscht hätte“, sagte er.

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Der Arbeitsmediziner Hugo erstellte für die Treibacher Industrie AG Studien zu Vanadium und er sieht keinen Zusammenhang zwischen Krebs und Vanadium. „Sie können das medizinisch nicht belegen“, sagte er am Freitag zum ORF Kärnten. Dass der ehemalige Mitarbeiter an Krebs erkrankt sei, dass sei ein Schicksal, „das er mit rund einem Viertel der Menschheit teilt.“

Treibacher: Widersprüchliche Studien

Von der Treibacher Industrie AG hieß es zu den Vorwürfen am Freitag schriftlich, es seien „keine Fälle von Krebserkrankungen als Berufskrankheit in unserem Unternehmen bekannt.“ Die Studie der AUVA habe außerdem „Schwachstellen in der Durchführung der Untersuchungen“, hieß es. In den Treibacher Betrieben würden Grenzwerte und die behördlich geforderten Arbeitnehmerschutzvorschriften jedenfalls penibel eingehalten, es gebe auch darüber hinausgehende Maßnahmen.

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Im Jahr 2000 sei im Werk bereits eine Studie des Arbeitsmediziners Hugo Rüdiger durchgeführt worden. Der Verdacht auf eine "gentoxische Wirkung von Vanadium“ sei durch die Studie nicht gestützt worden. Bei einer weiteren Studie von Rüdiger im Jahr 2004 ging es um mögliche Auswirkungen von Vanadium auf das Immunsystem. Auch hier habe es keine signifikanten Unterschiede zwischen Versuchs- und Kontrollgruppe gegeben.

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Landesregierung: „Keine Gefahr für Anrainer“

Vom Land Kärnten hieß es, dass die Sache eine betriebsinterne Angelegenheit sei. Die Gesundheits- und auch die Umweltabteilung versichern aber, dass für Anrainer oder Bauern in der Umgebung der Fabrik keine Gefahr bestehe. Laufende Überprüfungen würden das untermauern.

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