Arbeitslosenzahlen um sieben Prozent gesunken

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Kärnten im Vergleich zum November des Vorjahres um sieben Prozent gesunken. Derzeit suchen rund 27.700 Menschen in Kärnten Arbeit, um rund 2.000 weniger als 2016. Aktionen gibt es für ältere Arbeitnehmer.

Drei Monate vor der Landtagswahl verkündeten Arbeitsmarktservice und Arbeitsmarktreferentin Gaby Schaunig (SPÖ) am Freitag gemeinsam die frohe Botschaft: Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter, im November um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Österreichweit beträgt der Rückgang 5,7 Prozent. Vor allem für ältere Langzeitarbeitslose bleibt die Situation schwierig. Schaunig und AMS-Chef Franz Zewell hoffen daher, dass die künftige Bundesregierung die „Aktion 20.000“ weiter führt.

„Baubranche boomt weiter“

Es gibt neben dem Rückgang der Arbeitslosigkeit auch um 60 Prozent mehr offene Stellen dank einer guten Wirtschaftslage. Franz Zewell vom Arbeitsmarktservice Kärnten sage, die Zunahme in der Beschäftigung komme vor allem aus dem Produktionsbereich. Hier vor allem aus dem Metall- und Elektrobereich sowie Zulieferern. Der Bau boome ebenso, das solle laut Prognose auch die nächsten zwei Jahre anhalten, so Zewell.

Die Arbeitslosenquote sinkt auf 10,4 Prozent, das ist immer noch die zweithöchste Quote nach Wien. Seit August entwickelt sich die Situation bei Älteren und Langzeitarbeitslosen leicht positiv, dennoch bleiben Job-Perspektiven für sie die größte Herausforderung. Ab 55 sinken die Vermittlungschancen um 50 Prozent, so Zewell: „Kommen noch gesundheitliche Einschränkungen dazu verringert sich die Chance auf Eingliederung um das Vierfache, mit fehlender oder veralteter Ausbildung sinken die Chancen um das Fünffache.“

Appell an künftige Bundesregierung

Arbeitsmarktreferentin Schaunig appelliert an die künftige Bundesregierung, die Aktion 20.000 für ältere Langzeitarbeitslose fortzusetzen. Für viele sei das die einzige Chance wieder Fuß zu fassen. Sie bekommen Wertschätzung und das Sozialsystem Rückflüsse aus Beiträgen. Die Aktion 20.000 einzustellen würde ein Chancenverlust für viele Menschen bedeuten, so Schaunig. 133 Kärntner sind dank der Aktion in einem neuen Dienstverhältnis, laut Zewell sollen allein heuer noch 150 dazukommen.

4everyoung bietet jungen und älteren Chancen

Notwendig sei für den Arbeitsmarkt aber ein Mix an Maßnahmen. Erfolgreich laufen Beschäftigungsprojekte bei 4everyoung in Klagenfurt. Hier dürfen vom Jugendlichen über die Wiedereinsteigerin bis hin zu den Über-55-Jährigen jährlich 95 Kärntner zeigen, was sie gut können: Vom Reparieren von Computern über das kreative Gestalten von Schmuck bis hin zum Nähen von Handtaschen. 4everyoung-Geschäftsführerin Sonja Mitsche: „Auch wenn man gewisse körperliche Einschränkungen hat und ein gewisses Alter. Wenn man wirklich lernt und Sachen ausprobieren kann, hat man eine Chance am ersten Arbeitsmarkt.“

Fast die Hälfte aller, die bei den Projekten mitmachen, finden tatsächlich eine neue Stelle. Die bei 4everyoung hergestellten Produkte - von der aus alten Zeltplanen genähten Handtasche bis hin zum modischen Schmuck aus alten Radios oder Druckern - werden ab sofort auch über einen eigenen Onlineshop, als Einnahmequelle und Zeichen der Wertschätzung.

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