Streit um Geld für Sozialprojekte an Schulen

550.000 Euro erhalten die Kärntner Kinderfreunde für Sozialarbeit an Schulen vom Land. Kritik am Vergabemodus kam von der FPÖ, dem Team Kärnten war der Betrag sei zu hoch. Die Kinderfreunde protestieren – der Bedarf an Sozialarbeit steige in den Schulen immens.

Die Förderung für Sozialprojekte wurde am Dienstag von der Landesregierung beschlossen. Insgesamt sind 8,5 Millionen Euro vorgesehen – mehr dazu in 8,5 Mio. Euro für soziale Projekte. Gefördert wird auch der Verein Kinderfreunde, was Kritik bei Freiheitlichen und Team Kärnten auslöste. Die FPÖ kritisierte, dass der Auftrag ohne Ausschreibung an die "SPÖ-Vorfeldorganisation Kärntner Kinderfreunde“ ergangen sei. Landesrat Gerhard Köfer vom Team Kärnten wiedrum meinte, der Betrag sei für „22 Veranstaltungen“ an Schulen zu hoch.

Die Kinderfreunde fühlen sich dadurch in Misskredit gebracht und sehen ein Missverständnis. Es gehe nicht nur um 22 Veranstaltungen in Schulen, sondern um die permanente Sozialarbeit mit schwierigen Jugendlichen und Kindern – und zwar an 22 Schulen, sagte Geschäftsführer Reinhold Eckhardt zum ORF.

Große Bandbreite an Problemfällen

Schon seit zehn Jahren seien die Kinderfreunde sozial an den Schulen engagiert sein und die Nachfrage steige, so Eckhardt. Angeboten werden Gruppen- und Einzelgespräche für Schüler und Eltern, gemeinsam wird dann auch mit den Lehrern nach einer Lösung gesucht.

Die Bandbreite der Problemfälle reicht von Drogenvergehen über sexuelle Übergriffe bis hin zu familiären Schwierigkeiten. All das könne in der Schule von den Lehrkräften nicht mehr bewältigt werden, sagt Eckhardt: „Es geht auch darum, die Lehrer zu entlasten, die ja gerne für alles verantwortlich gemacht werden. Lehrer können sich im Unterricht aber nicht um Familienprobleme kümmern.“

Lange Warteliste für Sozialarbeiter

Die Nachfrage sei jedenfalls groß, es gebe eine lange Warteliste von Schulen, die ebenfalls Sozialarbeiter anfordern. Wegen des engen Budgets müssen sie aber warten. Darunter befindet sich auch eine Reihe von Volksschulen in den Landgemeinden. Fast 90 Prozent der Fördermittel gehen in Personalkosten, 20 qualifizierte Sozialarbeiter haben dadurch einen fixen Arbeitsplatz.

Rudolf Altersberger vom Kärntner Landesschulrat meinte in einer Reaktion, die Sozialarbeit an Schulen sei kein Thema für Parteipolitik. Das große Plus der Schulsozialarbeit sei die professionelle Vernetzung zu den Eltern der Schüler. Beinahe täglich gebe es eine Forderung einer Schule nach Schulsozialarbeit. Das Angebot der Kinderfreunde sei jedenfalls eine der besten außerschulischen Unterstützungshilfen.

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