Ärzte und Pfleger üben Kindernotfälle mit Puppe

Kindernotfälle sind selten und deshalb fehlt es Gesundheitspersonal oft an Übung. Auch im LKH Villach trainieren Ärzte und Pfleger mit der Simulations-Puppe „Junior 5“, um Kleinkinder im Ernstfall bestmöglich versorgen zu können.

Tausende Kinder werden Jahr für Jahr in den Kärntner Krankenhäusern behandelt, echte Notfälle sind aber selten. Daher ist es für die Ärzte wichtig, die medizinische Versorgung bei lebensbedrohlichen Notfällen an Simulations-Puppen zu trainieren. In Kärnten finden die Trainings mit einer Kleinkindpuppe am Landeskrankenhaus Villach statt.

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Die Puppe simuliert verschiedenste Notall-Szenarien

Lebensrettende Abläufe werden genau analysiert

Im Fall des Falles muss jeder Handgriff sitzen, auch wenn ein Notfall wie ein Herzstillstand oder eine lebensbedrohliche Verletzung in der Realität bei Kleinkindern selten vorkommt. Egal ob ein Schädel-Hirntrauma nach einem Sturz mit dem Fahrrad, einen Herzstillstand oder einen Krampfanfall, die Jugendpuppe, die einen fünf bis sechs-jährigen Buben verkörpert, kann alles simulieren.

Teams aus Ärzten und Schwestern trainieren hier die notwendigen Abläufe, wie sie während des Einsatzes miteinander sprechen müssen und wie Medikamente zu dosieren sind. Das Simulationstraining wird für die anschließende Analyse überwacht und aufgezeichnet - das erhöht auch die Anspannung des Teams. Simon Schaller, Kinderarzt im LKH Villach sagt: „Auch wenn man weiß, dass es eine Puppe ist, ist der Puls trotzdem jedes Mal hoch - es ist wirklich sehr realitätsnah.“

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Die Trainings werden aufgezeichnet und mit den Teilnehmern im genau analysiert

Teams müssen auf Vorfälle reagieren

Sabrina Essmann ist Krankenschwester im LKH Villach: „Die Teams sind bei jedem Training unterschiedlich gemischt. Hier lernt man mit verschiedenen Kollegen zusammenzuarbeiten. Das finde ich ganz wichtig, dass man weiß, wie jemand arbeitet.“ Kein Training ist gleich, jedes Notfallszenario wird am Computer spontan während des Einsatzes immer wieder verändert, der Ausbildungsleiter fordert so seine Teams.

Karl Lingitz, Oberarzt und Ausbildungsleiter über das Training: „Diese seltenen Situationen müssen geübt werden, da man nur in Situationen gut ist, mit denen man oft konfrontiert wird. Nur durch häufiges Training gibt es ein positives Ergebnis für Helfer und somit für das Kind.“

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Auch panische Eltern werden simuliert, um die Pfleger auf alles vorzubereiten

Aus Fehlern wird für Ernstfall gelernt

Nach jedem simulierten Notfall folgen Analyse und Besprechung. Mindestens zweimal pro Jahr müssen Ärzte und Schwestern an einer Simulationspuppe trainieren. Robert Birnbacher, Vorstand Kinderabteilung im LKH Villach: „Das Team gibt bei jedem Training alles und man versucht möglichst wenig Fehler zu machen. Allerdings ist die Fehlerkultur so weit fortgeschritten, dass es überhaupt kein Problem ist, einen Fehler zu machen - man gibt sich ein positives Feedback und lernt aus den eigenen Fehler und von denen der anderen.“

Sendungshinweis:

Kärnten heute, 29. September 2017

Alles soll hier so echt wie möglich sein, so ist immer wieder eine Mutter dabei. Auch auf sie geht das Notfallteam ein, damit auch die Angehörigen im Fall des Falles gut betreut werden. Für Eltern zahlt es sich übrigens aus, einen eigenen Kindertnotfallkurs beim Roten Kreuz zu absolvieren, denn meistens sind sie die Ersthelfer.

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