Lange Arztsuche: GKK verschärft Gangart

Fast ein Jahr ist die Stelle des Kassengynäkologen in St. Veit nicht besetzt. Nach sieben (teils unbegründeten) Absagen zieht die Kärntner Gebietskrankenkasse (GKK) nun Konsequenzen, Ärzte müssen sich künftig schneller entscheiden.

In St. Veit an der Glan gibt es seit Ende 2016 keinen Kassenarzt für Gynäkologie mehr, die Wartezeiten bei den Wahlärztinnen sind lange - mehr dazu in St. Veit: Weiter warten auf Kassengynäkologen. 17 Interessenten sind auf der Warteliste gereiht, doch bisher sagten sieben Ärztinnen und Ärzte ab.

Die Absagen erfolgten aus familiären Gründen, aber auch ohne die Angabe von Gründen, sagt Elke Jenkner von der GKK. Dass Ärzte eher eine Wahlarztpraxis wollen, als eine Kassenstelle, könne ein Grund für die schwierige Suche in St. Veit sein. Manche Ärzte würden auch lieber im Krankenhaus bleiben.

Künftig kurze „Nachdenkfrist“ für Ärzte

Nun zieht die Kärntner Gebietskrankenkasse (GKK) Konsequenzen: Bisher hatten Mediziner ein halbes Jahr Zeit, um zu überlegen, ob sie die offene Kassenstelle annehmen. Diese „Nachdenkfrist“ wurde nun für künftige Ausschreibungen in Absprache mit der Ärztekammer auf einen Monat verkürzt.

Diese kürzere Nachdenkfrist für Ärzte gilt für Kassenstellen, die seit April frei wurden, also noch nicht für die Frauenarzt-Stelle in St. Veit. Dort traf die GKK nun eine Vereinbarung mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. Die dortige Gynäkologie nimmt nun verstärkt Patientinnen auf, bis die Frauenarztstelle besetzt ist.

Arztsuche auch in Klagenfurt und Kötschach-Mauthen

Auch in Klagenfurt fand sich bisher kein Nachfolger für die freie Gynäkologie-Stelle, während es mehrere Wahlarzt-Praxen gibt. Gesucht wird auch ein Landarzt für Kötschach-Mauthen, dort hört eine Allgemeinmedizinerin mit Jahresende auf. Bisher gab es keine Bewerbung für ihre Nachfolge, vorerst übernimmt der zweite Arzt im Ort die Patienten.

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