HCB-Heu muss noch entsorgt werden

Knapp zwei Jahre nach Bekanntwerden des HCB-Skandals erholt sich das Görtschitztal langsam von den Folgen. Tausende Tonnen kontaminierter Futtermittel, die im Winter 2015 um eine Million Euro ausgetauscht worden sind, warten immer noch auf die Entsorgung.

Bis alle Spuren im Görtschitztal endgültig beseitigt sind, wird es noch Jahre dauern. Tonnen des giftigen Blaukalks lagern noch auf der Deponie der Donau Chemie. Die Deponie wird gerade um 17 Millionen Euro aufwendig saniert - mehr dazu in Brückl: Blaukalkdeponie wird abgedichtet.

Jene 7.000 Tonnen Futtermittel, die noch kontaminiert sind, lagern auf einem als Bergbaugebiet gewidmeten Gelände der Wietersdorfer Zementwerke. 3.000 Tonnen gelten als mit HCB belastet und sind rot gekennzeichnet. 4.000 Tonnen sind gelb gekennzeichnet und wären theoretisch - außerhalb des Görtschitztales - noch als Futtermittel zulässig.

Holub: Keine Verbrennung von HCB im Görtschitztal

Allerdings hat man sich dazu entschieden, die gesamte Menge zu entsorgen, sagte Umweltreferent Rolf Holub im Sommergespräch von Kärnten heute. „Die Menge an HCB in diesen 7.000 Tonnen beträgt 86 Gramm. Also hier haben wir schon eine kleine Hysterie.“ Trotzdem werde HCB nur „über seine Leiche“ im Görtschitztal verbrannt, sagte Holub.

Es gebe Angebote zur Entsorgung aus Deutschland und aus China. „Die Angebote aus Deutschland und China liegen, soweit ich weiß, bei drei beziehungsweise fünf Millionen Euro, die Entscheidung sollen die Verantwortlichen treffen, ich muss nur aufpassen, dass die Bevölkerung gesund bleibt“, sagte Holub.

Heuballen müssen bis Ende 2018 weg sein

Die Entscheidung müssen die Wietersdorfer Zementwerke treffen. Sie müssen ein schlüssiges Entsorgungskonzept vorlegen, sagte Albert Kreiner, der HCB-Koordinator in der Landesregierung. Die roten Ballen müssen verbrannt werden, aber keinesfalls im Görtschitztal. Für die gelben Ballen gebe es auch andere Verwertungsmöglichkeiten.

Und dieses Konzept sollte möglichst bald vorliegen, weil Lagerung befristet ist. Angaben zufolge müssten, nach der derzeit vorliegenden Bewilligung, die roten Ballen bis März und die gelben Ballen bis Ende nächsten Jahres abtransportiert werden.

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