Bootsunfall: Opfer hatte „massivste“ Verletzungen

Zum ersten Mal hat sich am Mittwoch die Staatsanwaltschaft Klagenfurt zum tödlichen Motorbootunfall auf dem Wörthersee Anfang Juni geäußert. Todesursache des vom Boot gefallenen Niederösterreichers waren „massivste“ Schädel- und Weichteilverletzungen.

Mehr als zwei Monate nach dem tödlichen Motorbootunfall bei Maria Wörth, bei dem ein 44-jähriger Unternehmer von einem Motorboot gefallen und ums Leben gekommen war, gab die Staatsanwaltschaft am Mittwoch die Todesursache bekannt. Laut Staatsanwaltschaft steht nun als Todesursache laut vorliegendem gerichtsmedizinischem Gutachten zweifelsfrei fest, dass „massivste, durch mehrfache heftigste, hiebartige, kantenmechanische Gewalteinwirkungen bewirkte Verletzungen des Gesichts- und Gehirnschädels mit Zertrümmerung der knöchernen Strukturen und der Weichteile“ zum Tod führten.

Bootsunfall Staatsanwaltschaft PK
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Bootsführer hatte 1,2 Promille

Der Bootsführer, der ein Schiffspatent besitzt, hatte 1,2 Promille. Es handelt sich um einen bekannten Unternehmer aus Niederösterreich, dessen Name aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht genannt wird. Auch das Unfallopfer hatte mehr als ein Promille laut Informationen, die der Austria Presse Agentur vorliegen.

„Sofortiger Tod“

Eine derartig massive Verletzung habe den sofortigen Tod und die sofortige Handlungsunfähigkeit der betroffenen Person zur Folge, so die Staatsanwaltschaft in einer Aussendung. Eine „unfallfremde schicksalshaft erkrankungsbedingte Todesursache“ konnte durch die Obduktion und die angeschlossenen feingeweblich-histologischen Untersuchungen „ausgeschlossen werden“. Zur Erledigung des Ermittlungsverfahrens stehe derzeit noch das weitere Gutachten eines Sachverständigen aus dem Gebiet Schifffahrt aus, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Josef Haißl.

Suche Toter Motorboot Maria Wörth
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100 Helfer suchten nach dem Verunglückten

In 30 Meter Tiefe gefunden

Der Bootslenker, ebenfalls ein 44-jähriger Mann aus Niederösterreich, war bei der abendlichen Ausfahrt der befreundeten Männerrunde am 2. Juni alkoholisiert. An Bord waren insgesamt fünf Männer, neben dem Bootsführer waren das: Der 44-jähriger Mann, der später ums Leben kam, ein 49-jähriger und ein 42-jähriger Mann, alle aus Niederösterreich, sowie ein 32-jähriger Klagenfurter.

Bootsunfall Staatsanwaltschaft PK
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Der Leiter der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Josef Haißl

Als das Boot laut Zeugen eine scharfe Kurve machte, fiel der 44-Jährige vom Boot, was dann genau geschah, muss ermittelt werden. Laut Zeugen sei das Boot danach rückwärts gefahren. Der Verunfallte wurde bei einer großangelegten Suchaktion erst am nächsten Tag in 30 Meter Tiefe gefunden - mehr dazu in Keine Informationen nach tödlichem Bootsunfall (kaernten.ORF.at; 3.6.2017). Es werden gegen den Bootsführer Ermittlungen wegen grob fahrlässiger Tötung geführt. Der 32-jährige Kärntner wird als Vertreter des Bootsbesitzers ebenfalls als Beschuldigter geführt - mehr dazu in Erkenntnisse nach tödlichem Bootsunfall.

Der Fall beschäftigt mittlerweile nicht mehr nur österreichische Medien. Auch aus Deutschland treffen Interviewanfragen bei der Klagenfurter Staatsanwaltschaft ein. Sollte es zum Prozess kommen, dann soll dieser jedenfalls in Klagenfurt stattfinden.

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