Klösterliches Weingut „ohne Grenzen“

Mehr als 900 Jahre reicht die Weinbautradition im Benediktinerstift St. Paul im Lavanttal zurück. Über Kärntens Grenzen hinaus wird Wein in der ersten Weinbauschule des Erzherzogs Johann in Slowenien angebaut und unter dem Namen „Vinum Paulinum“ verkauft.

Weingut St. Paul Reben Kloster Mönche
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Das Weingut in Hrastje in der Nähe von Marburg

Über zwölf Hektar erstreckt sich das Weingut des Benediktinerstiftes St. Paul im Lavanttal im slowenischen Hrastje. Es ist historischer Boden, der hier von slowenischen und kärntnerischen Benediktinern bewirtschaftet wird. Die Weinberge gehen auf die Zeit des Erzherzogs Johann zurück. 1872 gründete er hier die erste Weinbauschule der Monarchie.

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Weinreben des Weinguts

Stiftungsauftrag im Mittelpunkt

Heute ist noch das alte Gebäude der Schule erhalten. Dass genau dieses Terrain von Erzherzog Johann ausgesucht wurde, freut die Benediktiner laut dem St. Pauler Prior, Pater Siegfried Stattmann. Das heutige Weingut sei auch nicht mit herkömmlichen Weinguten zu vergleichen.

Sendungshinweis:

„Servus, Srečno, Ciao“, 5.8.2017

„Mit den Kriterien moderner Witschaftsführung lässt sich ein klösterliches Weingut nicht beurteilen“, erklärt Stattmann. Es müsse auch in Betracht gezogen werden, dass hier ein Stiftungsauftrag vorliege. Den möchten die Mönche mit ihrer Zusammenarbeit mit Slowenien erfüllen.

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Die Zusammenarbeit zwischen Kärnten und Slowenien funktioniert gut
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Das Gebäude der ehemaligen Weinbauschule

Weinkeller zum Wohlfühlen

Die Weine der Benediktiner werden im Keller des einzigen Benediktinerklosters Sloweniens in Limbus, in der Nähe von Marburg, gelagert. „Das Steinmauerwerk selbst ist ungefähr 400 Jahre alt“, sagt Pater Edmund Wagenhofer, der Prior des Klosters in Limbus. Damit ein richtiger Weinkeller entstehen konnte, wurde der Steinbau extra freigelegt und das Gebäude umgebaut. „Der Keller soll dazu dienen, dass wir Gästen in unserem Kloster unsere eigenen Weine und auch die Weine der anderen benediktinischen Gemeinschaften, die hier tätig sind, präsentieren können. Außerdem soll man sich hier wohlfühlen“, so Wagenhofer.

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Weine der Marke „Vinum Paulinum“

Von Kärnten nach Slowenien

Im Jahr 1859 wurde der Bischofssitz von Lavant nach Marburg, nahe an das heutige Weingut, verlegt. Gegründet wurde die Stadt Marburg 1902. Im selben Jahr wurden auch die Stiftskirche St. Paul gegründet. Die Marburger Urkunde lagert sogar in St. Paul im Lavanttal. Schon daher gibt es enge Kontakte zwischen den Benediktinern in Kärnten und jenen in Slowenien. Von St. Paul aus zogen die Patres in das heutige Slowenien, um das Weingut in Hrastje zu bewirtschaften.

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Das Benediktinerkloster St. Paul im Lavanttal

Mehr „Vinum Paulinum“ im Lavanttal

Im Laufe der Jahre entstand auch im Lavanttal ein Weingarten der St. Pauler Benediktiner. Die Riede, also die Lage im Lavanttal namens „hintere Gumitschleitn“, eigne sich gut für den Anbau. „Der Weingarten ist ein Versuch, auch hier im Lavanttal Weinbau zu betreiben“, sagt St. Pauler Prior, Pater Siegfried Stattmann, der auch oft im slowenischen Weingut anzutreffen ist.

Schon zwei Mal erhielten die Benediktiner eine Goldmedaille für ihren Wein aus dem Lavanttaler Weingarten. In Zukunft soll laut Stattmann der Weinbau ausgeweitet werden. Sowohl die slowenischen, als auch die Weine aus Kärnten werden von den St. Pauler Benediktinern unter der Marke „Vinum Paulinum“ verkauft.

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Der St. Pauler Prior: Pater Siegfried Stattmann

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