Klagenfurt zweite „Drogenhochburg“

Laut Bundeskriminalamt zählt Klagenfurt zu den meistfrequentierten Drogenumschlagplätzen Österreichs. Klagenfurt soll nach Wien die Stadt mit den meisten Drogendealern sein. Der Suchtgifthandel durch ausländische Tätergruppen explodiert.

Es vergeht kaum ein Tag am Landesgericht Klagenfurt, an dem kein Drogendealer verurteilt wird, ohne dass Polizeimeldungen die Runde machen oder dass wieder Suchtgift beschlagnahmt und der Besitzer angezeigt oder festgenommen werden. Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass die Polizei nach mehreren Monaten Ermittlungen in Villach einen Drogenring sprengen konnte.

Alle Verdächtigen sind afghanische Asylwerber, rund 300 Käufer wurden ausgeforscht. Acht Personen wurden verhaftet, einer auf freiem Fuß angezeigt - mehr dazu in Wieder Drogenring gesprengt(kaernten.ORF.at; 22.6.17).

Immer öfter gestreckte Drogen im Umlauf

Laut Polizei werde es aber insgesamt immer schwerer, das gut organisierte Netzwerk an Suchtgifthändlern in Kärnten zu durchschauen. Laut Bundeskriminalamt zähle Klagenfurt zu den meistfrequentierten Drogenumschlagplätzen Österreichs. Männer aus Nigeria oder aus arabischen Ländern würden Cannabis, Kokain oder Heroin verkaufen, die mit allem Möglichem gestreckt werden, um möglichst viel Geld zu verdienen.

Gestellte Fotos: Drogenschmuggel Drogendealer Klagenfurt
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Der Heiligen-Geist-Platz in Klagenfurt gilt als einer der bekannten Drogen-Umschlagplätze in Klagenfurt

Betroffener: Drogen an mehreren Plätzen erhältlich

ORF-Kärnten-Redakteur Konrad Weixelbraun sprach am Donnerstag bei einem Lokalaugenschein in der Landeshauptstadt mit einem Mann, der selbst bereits beinahe seit zwei Jahrzehnten in der Drogenszene ist. Vier seiner Bekannten seien in den vergangenen Jahren an einer Überdosis gestorben, erzählt er. Von den Drogen wegzukommen sei fast unmöglich. Viele, die sich im Drogenersatzprogramm befinden, würden die ihnen verschriebenen Substanzen anders als vorgeschrieben verwenden, weil sie stärker sind.

Wenn er die Zeit noch einmal zurückdrehen könnte, würde er jetzt einen weiten Bogen um Ecstasy oder sonstige Tabletten machen, sagt der Klagenfurter. Diese chemisch hergestellten Substanzen seien gleich an mehreren Plätzen in der Landeshauptstadt einfach zu bekommen, hätten aber eine fatale Wirkung, die in die Abhängigkeit führe.

Wahre Identität der Dealer schwer feststellbar

Laut Landeskriminalamt sei der Drogenmarkt in Klagenfurt fast ausschließlich in der Hand von Asylwerbern. Es sei schwer, die wahren Identitäten der Dealer herauszufinden. In den meisten Fällen sei es nicht möglich, sie nach der Haft abzuschieben. Viele Heimatländer würden sie nicht mehr zurücknehmen. Das große Problem sei noch dazu, dass es immer jüngere Abnehmer geben würde, ist aus Ermittlerkreisen zu hören.

Ein Mitte Mai in einer Kärntner Therapieeinrichtung verstorbener Drogenabhängiger soll eine Überdosis eines neuartigen Opioid namens U-47700 eingenommen haben. Laut Landeskriminalamt bestehe ein dringender Verdachtsfall - mehr dazu in Neues Suchtgift schuld an Drogentod?(kaernten.ORF.at; 22.6.17).

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