Streit um Tempo 100 auf Wörtherseeautobahn

Anrainer, Hoteliers, eine Bürgerinitiative und Grüne fordern Tempo 100 auf dem Wörtherseeabschnitt der Südautobahn (A2). Autofahrerklubs und Pendler sind dagegen. Für Lärm und Feinstaub seien vor allem die Lkws verantwortlich. Derzeit laufen Messungen.

Wird durch die erlaubten 130 Stundenkilometer zwischen Klagenfurt und Villach zu viel Lärm oder zu viel Feinstaub erzeugt oder nicht? Einige Anrainer, Gemeinden und Hotelbetreiber entlang der Südautobahn erhoffen sich durch eine Geschwindigkeitsreduzierung eine erhebliche Feinstaub- und Lärmentlastung.

Wörtherseeautobahn Tempo 100 Panorama A2
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Anrainer vor Lärm schützen

Seit einigen Monaten wird entlang der Strecke der Lärmpegel gemessen. Keine einfache Aufgabe, denn aus den Werten der Momentaufnahmen muss später über komplexe Rechenmethoden die tatsächliche Lärmbelastung ermittelt werden. Dazu kommt die Frage, wie Anrainer vor zu hohen Lärmimmissionen geschützt werden können. Albert Kreiner von der Infrastrukturabteilung des Landes sagte, es gebe bereits Lärmschutzwände. Jetzt werden Messungen durchgeführt, die klären sollen, ob eine Lärmreduktion in einem solchen Maß möglich wäre, dass damit ein Tempolimit von 100 Km/h gerechtfertigt wäre, so Kreiner.

Derzeit gibt es zwei 100-Km/h-Abschnitte auf der Wörtherseestrecke: Einen bei Wernberg und einen bei Velden. 2014 wurde ein erster Anlauf zu einer Temporeduktion mit dem Argument nicht umgesetzt, dass es kaum eine Lärmreduktion geben würde - mehr dazu in Kein Tempo 100 auf A2 bei Pörtschach (kaernten.ORF.at; 12.7.2014)

Tempo 100 Autobahn
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Feinstaubverordnung liegt beim Land

Eine Tempo-100-Verordnung zur Lärmsenkung müsste allerdings das Infrastrukturministerium erlassen. Anders wäre das beim Thema Feinstaub, hier kann das Land eine Temporeduktion verordnen. Seit Mai finden entlang der Strecke auch Luftgütemessungen statt, so Harald Tschabuschnig von der Abteilung Umweltschutz des Landes. Nach einem Jahr könne man feststellen, ob es Überschreitungen gebe. Man werde aber schon im Winterhalbjahr bestimmte Tendenzen erkennen können.

Tempo 100 Autobahn
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„Lkws für Lärm verantwortlich“

Gegen eine Geschwindigkeitsbeschränkung sprechen sich auch Autofahrerklubs aus, so Thomas Jank vom ARBÖ. Denn der Schwerverkehr sei Hauptverursacher und werde von dieser Maßnahme nicht getroffen. Der normale Pkw-Verkehr erzeuge nicht so viel Lärm, dass das menschliche Ohr einen Unterschied zwischen 130 und 100 Km/h hinter einer Lärmschutzwand feststellen könne. Rein rechnerisch würde sich bei einer Temporeduktion die Fahrdauer des 30 Kilometer langen Abschnittes um etwa vier Minuten verlängern.

Zu diesem Thema gibt es am Montag ab 20.04 eine Diskussion in der Radio-Kärnten-Sendung „Streitkultur“ - mehr dazu in Radio Kärnten Streitkultur.

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