K&Ö: Kaufleute gegen Verkehrskonzept

Der Protest der Klagenfurter Innenstadtleute und der Wirtschaftskammer gegen die geplante Ansiedelung der Handelskette Kastner und Öhler in der Waaggasse nimmt zu. Auch das damit verbundene neue Verkehrskonzept stößt auf Ablehnung.

In den vergangenen Wochen war immer wieder von einer Spaltung innerhalb der Kaufleute in der Causa Kastner und Öhler die Rede. Nicht alle würden sich gegen die Ansiedelung wehren. In einer Pressekonferenz am Donnerstag war man daher um Geschlossenheit bemüht. Eine Petition gegen das Projekt habe bereits 2.000 Unterschriften gebracht, hieß es vom Verein der Innenstadtkaufleute. Auch eine Umfrage der Wirtschaftskammer unter 470 Innenstadthändlern und Gastronomen sei eindeutig ausgefallen: 80 Prozent hätten sich gegen die Ansiedelung ausgesprochen.

Max Habenicht, Cornelia Hübner  Gregor Grüner
ORF
Innenstadtkaufleute bei Pressekonferenz

IG Innenstadt ortet „Verfall“ der Stadt

Die Kritik der Kaufleute in der Causa richtet sich weiter gegen den Standort direkt neben den City Arkaden, der problembehaftet sei. Er bringe eine Frequenzkonzentration, die sich negativ auf weitere Verkaufsflächen in der Stadt auswirken würde.

Cornelia Hübner, Obfrau der IG Innenstadt, befürchtet, dass es noch mehr Leerstände geben könnte: „Die Stadt wird verfallen. Touristisch wird sie auch nicht mehr attraktiv und es wird dann eine austauschbare Stadt. An den Plätzen werden sich nur mehr die Ankermieter aus den Konzernen niederlassen, aber der kleine, stationäre Handel wird wegfallen, weil er sich das nicht mehr leisten kann.“

Gesamtverkehrskonzept und UVP gefordert

Auch dem neuen Verkehrskonzept, das mit dem neuen Modehaus geplant ist, kann Max Habenicht, Sprecher der Klagenfurter Kaufleute in der Wirtschaftskammer, nichts abgewinnen. Einbahnen würden umgedreht, Busse blockiert, Parkplätze würden verloren gehen.

Er fordert hingegen ein „durchdachtes Gesamtverkehrskonzept“ für Klagenfurt: „Ich kann nicht nur in einem Viertel die Situation verschlechtern. Die Spekulationen gehen sogar so weit, dass in der Waaggasse oder Fußgängerzone eine Einbahn sein sollte.“ Das angeforderte Gutachten besage auch, dass - falls es zu einem Projekt dort kommen sollte - es auf jeden Fall eine Umweltverträglichkeitsprüfung geben müsse. „Der Gesamtprozess, um das wirklich umzusetzen, ist dann lang“, unterstrich Habenicht. Ein baldiges Ende in der Diskussion scheint derzeit nicht in Sicht.

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