Kunstprojekt: Aus Stadion wird Wald

Der Schweizer Künstler Klaus Littmann will einen Wald auf dem Fußballfeld des Klagenfurter EM-Stadions wachsen lassen. Das Projekt soll im Herbst 2019 realisiert werden, 1,5 Mio. Euro soll es kosten. Der internationale Künstler Christo kündigte bereits sein Kommen an.

Es galt während der Ära Haider als eines der Prestigeprojekte - die letzten internationalen Bilder aus dem Wörthersee Stadion wurden allerdings 2008 bei der Fußball-EM geliefert. Ein paar Mal war die Sportstätte in den vergangenen neun Jahren ausverkauft, die meiste Zeit ist sie aber verwaist.

Initiator von Zeichnung inspiriert

Er habe vor einigen Jahren über Bekannte vom Stadion in Klagenfurt erfahren. Als er gehört habe, dass es nicht wirklich ausgelastet sei, nahm die Idee Gestalt an. Die Zeichnung „Die ungebrochene Anziehungskraft der Natur“ des Tirolers Max Peintner war es letztendlich, die Klaus Littmann zu seinem Kunstprojekt inspirierte. Die namensgebende Zeichnung Peintners entstand 1970/71 und wurde zu einem wichtigen Symbol der Umweltbewegung. Als er diese Zeichnung das erste Mal gesehen habe, sei er fasziniert gewesen, sagte Littmann: „Ich wusste, dass diese Arbeit eines Tages Ausgangspunkt für ein großes Kunstprojekt im öffentlichen Raum sein wird.“

Stadion Projekt Klaus Littmann  Wald
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Dieses Bild von Max Peintner inspirierte den Künstler Klaus Littmann zu seinem Kunst-Projekt im Klagenfurter Stadion

Nach Projektende übersiedeln Bäume

Er fasste den Plan, das surreale Bild Wirklichkeit werden zu lassen. Deshalb werden im Herbst 2019 190 Bäume, bis zu 14 Meter hoch, einen Wald entstehen lassen, wo sonst der Fußballrasen ist. Die Bäume werden bereits in diesem Jahr von ihrem Standort in Container umgepflanzt, damit sie sich daran gewöhnen. Zwei Monate lang soll der Wald im Stadion stehen und eine „Konfrontation von Natur und Technologie“ demonstrieren, wie Peintner erklärte. Nach dem Wiederabbau des Stadionwaldes soll er in den nahe gelegenen Lakeside Park übersiedeln und dort ausgepflanzt eine dauerhafte Heimstätte finden. Es soll auch Baumpatenschaften geben. Der Rasen im Stadion wird nach Projektende erneuert.

Geplant ist, so Littmann, auch ein Begleitprogramm, das unter anderem eine Peintner-Ausstellung in der Klagenfurter Stadtgalerie umfasst. Mit seiner „Littmann Kunstprojekte“ realisierte der Künstler bisher rund 80 Aktionen.

Stadion Klaus Littmann
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SPÖ, ÖVP und Grüne segnen Projekt ab

Littmann will sein Projekt mit Privatgeldern, Sponsoren und der Hilfe des Bundes umsetzen. Klagenfurt stellt lediglich das Stadion für zwei Monate unentgeltlich zur Verfügung.

Die Aktion soll das Klagenfurter Stadion in den Blickwinkel der internationalen Kunstwelt rücken, unterstrich Bürgermeisterin Maria Luise Matthiaschitz (SPÖ). Die Koalitionspartner ÖVP und Grüne sehen das genauso. Das Projekt wurde am Dienstagvormittag auch im Klagenfurter Stadtsenat abgesegnet - gegen die Stimmen der Freiheitlichen.

Elton John und Robbie Williams kommen

Diesen Sommer soll das Stadion aus seinem Dornröschenschlaf erwachen: Konzerte von Robbie Williams und Elton John stehen am Programm, die Tickets werden bereits knapp. Künftig ist jedes Jahr ein Konzertsommer in Klagenfurt geplant - mehr dazu in Weltstars im Stadion: Tickets werden knapp.

Nachdem der Rechtsstreit mit den Stadion-Anrainern beigelegt wurde, könne man Stadion und Sportpark als moderne Veranstaltungsstätte positionieren, hieß es. Bei der Einigung mit den Anrainern verpflichtete sich die Stadt aber dazu, nur begrenzt Veranstaltungen im Stadion abzuhalten. Für Sportveranstaltungen unter 15.000 Besucher gibt es keine Limitierung, multifunktionale Veranstaltungen wurden auf fünf begrenzt. Ob in Kärnten der Markt für mehr Großkonzerte gegeben ist, das sei ohnehin zweifelhaft, sagte Sportpark-Geschäftsführer Gert Unterköfler. Dieser Markt sei sehr umkämpft, schließlich seien die Konzertbesucher auch für den Tourismus sehr interessant.

Der Landesrechnungshof kritisierte zuletzt, dass das Klagenfurter Stadion rund 29 Mio. Euro mehr gekostet hatte als geplant - mehr dazu in Viel zu teuer: Rechnungshof kritisiert Stadionbau.

Für das Kunst-Projekt im Stadion kündigte sogar der internationale Großkünstler Christo sein Kommen an, wenn es soweit ist, dass die Einheit von Natur und Architektur, von Stahl und Laubbäumen, zu einem Hingucker für die Kunst wird.

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