Wietersdorfer investiert in Umweltmaßnahmen

Das Zementwerk Wietersdorfer will seine Umweltbilanz verbessern. Nachdem eine Staubfilteranlage in Betrieb genommen wurde, wird nun mit dem Bau einer Nachverbrennungsanlage begonnen. Insgesamt investiert man 13,5 Millionen Euro.

Nach mehreren Monaten Bauzeit wurde die eingebaute Staubfilteranlage in Betrieb genommen. Sie reduziert den Ausstoß von Industriestaub um 50 Prozent. Parallel dazu wurde mit den Arbeiten zur Errichtung einer Nachverbrennungsanlage begonnen. Diese soll im Oktober ihren Probebetrieb aufnehmen und künftig die Emission von Kohlenmonoxid und organischen Kohlenstoffverbindungen um 90 Prozent reduzieren.

„Für langfristige Absicherung des Werks“

Wietersdorfer-Geschäftsführer Wolfgang Mayr-Knoch sagte, der Nachverbrennungsprozess laufe bei rund 850 Grad ab und vernichte Kohlenstoffverbindungen, indem es sie sie in harmlose Stoffe verwandle. Man habe aber auch schon bisher alle Grenzwerte eingehalten.

Vor eineinhalb Jahren wurde auch eine Quecksilberreduktionsanlage eingebaut. Wietersdorfer hofft, sich mit Maßnahmen wie diesen bald zu den saubersten Zementwerken Europas zählen zu dürfen. Mit dem HCB-Skandal hätten diese Maßnahmen aber nichts zu tun, sagte Mayr-Knoch: „Das ist eine allgemeine Maßnahme, um langfristig die Existenz des Werks zu sichern, denn die Umweltbestimmungen werden verschärft.“

Neuerliche Blaukalkverbrennung keine Option

HCB-hältiger Blaukalk wird im Zementwerk nicht mehr verbrannt. Hätte es diese Nachverbrennungsanlage schon früher gegeben, wäre es wohl auch nie zum HCB-Skandal gekommen, weil darin Temperaturen von über 800 Grad erreicht werden. Wieder mit der Blaukalk-Verbrennung anzufangen, sei zwar theoretisch möglich, für Wietersdorfer aber keine Option, betont Mayr-Knoch. Das sei eine Frage für Bevölkerung, Politik und Behörden - hier müsste es dafür einen Konsens geben.

Das Problem Blaukalk auf der Deponie K20 bleibt - ohne Entsorgungsmöglichkeit - bestehen. Vorerst gebe es hier mit der Sanierung der Deponie nur eine Zwischenlösung, so Umweltlandesrat Rolf Holub (Grüne) der betont, dass Wietersdorfer das HCB auch ohne die jetzt begonnene Nachverbrennungsanlage hätte vernichten können, wenn der Blaukalk bescheidgemäß verbrannt worden wäre. Holub zufolge soll die Deponie in Brückl durch die Sanierungsmaßnahmen Ende März von oben her dicht sein, Ende 2017 soll dann auch nach unten nichts mehr ins Erdreich versickern können - mehr dazu in Kalkdeponie wird baulich versiegelt.

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