Kalkdeponie wird baulich versiegelt

Die Kalkdeponie Brückl soll bis spätestens 2017 durch bauliche Maßnahmen gesichert werden. Das wurde am Mittwoch bei einem Runden Tisch in der Landesregierung vereinbart. Eine vollständige Räumung zu einem späteren Zeitpunkt wurde nicht ausgeschlossen.

140.000 Tonnen mit dem Umweltgift Hexachlorbenzol belasteter Blaukalk werden wohl noch länger in der Deponie K20 gelagert werden. Die geplante Entsorgung ist vorerst gescheitert. Am Mittwoch einigte man sich in einer Expertenrunde - Vertretern der Landesregierung, der Donau Chemie AG, des Umweltbundesamtes, der Kommunalkredit Public Consulting und anderen - formell auf eine Versiegelung. Die Deponie erhält Betonwände, um das kontaminierte Material von der Umwelt abzuschotten. Mit den Arbeiten soll noch heuer begonnen werden.

Das von der Donauchemie initiierte Vergabeverfahren zur Sicherung der Altlast K20 hatte - trotz mehrerer Bieter - zu keinem akzeptablen Ergebnis geführt und war deshalb widerrufen worden - mehr dazu in HCB: Ringen um Lösung für Giftdeponie.

Umweltlandesrat: „Momentan das beste Mittel“

Kärntens Umweltlandesrat Rolf Holub (Grüne) sagte: „Die rasche Sicherung ist in der momentanen Situation das beste und unmittelbar wirksamste Mittel, um Emissionen der Kalkdeponie in Luft und Wasser zu verhindern und damit die Görtschitztaler Bevölkerung zu schützen.“

Einhausungsvorhaben Altlast K20
Donachchemie AG
An der Oberfläche erfolgt eine mehrlagige, zwischenbelüftete Abdeckung. Der Grundwasserspiegel wird abgesenkt, um das Wasser vor einer HCB-Kontamination zu schützen.

Bis 2017 soll durch die bauliche Versiegelung der Altlast K20 ein nachhaltiger Emissionsstopp auf der Deponie erreicht werden. Die Teilnehmer des Runden Tisches kamen darin überein, eine spätere Räumung der Altlast-Deponie nicht auszuschließen. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ): „Sollte es durch technische Weiterentwicklungen in Zukunft die Möglichkeit einer nachhaltigen Sanierung, sprich einer Verwertung des kontaminierten Blaukalks geben, so ist alles zu tun, um eine derartige Möglichkeit zu nutzen.“

Wasser und Luft sollen schadstoffrei werden

Durch die Versiegelung soll die Luft im Raum Brückl bis Ende 2016 und das Wasser bis Ende 2017 schadstofffrei sein. Die technische Vorgehensweise sei „absolut sicher für die Bevölkerung und die Umwelt und ist bei öffentlichen und privaten Deponien in Österreich und im Ausland seit über 20 Jahren Stand der Technik“, hieß es vom Vorstandsdirektor der Donau Chemie AG, Franz Geiger.

Die Wasser- und Abluftwerte werden sowohl vom Land Kärnten als auch von der Donau Chemie AG kontinuierlich überprüft. Diese werden für Jedermann im Internet abrufbar sein.

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