ZAMG: Pasterze bis 2050 verschwunden

Laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) dürfte Österreichs größter Gletscher, die Pasterze auf dem Großglockner, bis 2050 fast völlig verschwinden. Von Herbst 2014 bis Herbst 2015 wurde die Pasterze zehn Meter dünner.

Über den gesamten Gletscher gesehen sei die Eisdicke innerhalb dieses Jahres um etwa eineinhalb Meter zurückgegangen. Das seien die höchsten Werte, seit die ZAMG 2004 mit den jährlichen Massenbilanzmessungen begann. Die markante Gletscherzunge der Pasterze zerfiel auch in diesem Jahr. Das ließen auch die zahlreichen Gletscherspalten und -brüche im unteren Bereich deutlich erkennen, so die ZAMG.

Großglockner Pasterze Gletscher
ORF/Peter Matha

Unter dem gegenwärtigen Klima werde die Gletscherzunge noch in diesem Jahrhundert überhaupt verschwinden, sagte Gletscherforscher Bernhard Hynek: „Bei einer maximalen Eisdicke von derzeit rund 200 Metern und einem mittleren Eisdickenverlust von fünf Metern pro Jahr ist zu erwarten, dass die Gletscherzunge der Pasterze schon bis zum Jahr 2050 fast vollkommen verschwunden sein wird.“

Großglockner Pasterze
ORF/Petra Haas
Die Pasterze schmilzt und schmilzt

Hohe Temperaturen mitverantwortlich

Die Pasterze verlor auch in den für Österreichs Gletscher relativ günstigen Jahren 2013 und 2014 viel an Masse, da das Temperaturniveau in den letzten Jahren generell sehr hoch war.

Vergleiche man die gegenwärtigen Änderungen der Eisdicke mit denen aus der Vergangenheit, so steche die Beschleunigung der Gletscherschmelze an der gesamten Pasterze in den letzten beiden Jahrzehnten hervor, so Hynek: „Während die Pasterze im Zeitraum von 1969 bis 1998 im Mittel über die gesamte Fläche 0,65 Meter an Eisdicke verloren hat, war es zwischen 1998 und 2012 schon mehr als doppelt so viel, nämlich 1,41 Meter."

ZAMG Gletscherschmelze Pasterze verschwindet
ZAMG

Monitoring via Webcam

Um den aktuellen Zustand der Gletscher noch besser analysieren zu können, startete die ZAMG mit Schülern des TGM Wien das Projekt „Glacio-Live“. Über das Projekt werden gemeinsam mit der Universität Graz hochalpine Webkameras installiert. Diese werden nun mit automatischen Messstationen ergänzt. So kann in Zukunft der aktuelle Zustand des Gletschers beinahe in Echtzeit berechnet und online präsentiert werden. Die aufgezeichneten Filme sollen auch im Zeitraffer die Entwicklung der Gletscher verdeutlichen. Ein Video der Großglockner-Hochalpenstraßen AG und der ZAMG zeigt die Entwicklung der Pasterze im Zeitraffer (YouTube).

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