Zementwerk droht mit Schließung

Dem Wietersdorfer Zementwerk könnte nach dem HCB-Skandal auch die Genehmigung für die Verbrennung von Ersatzbrennstoffen, wie Plastikmüll und Klärschlamm, verboten werden. Das Unternehmen droht mit Schließung.

Seit mehr als 100 Jahren wird in Wietersdorf Zement hergestellt, Grundlage war und ist der nahegelegene Kalk- und Mergl-Abbau. Blaukalk wäre ein Ersatzrohstoff gewesen, der die Produktion wirtschaftlicher gemacht hätte. Damit ist nach dem HCB-Skandal Schluss. Behördlich genehmigt war weiters die Verbrennung anderer Industrieabfälle, darunter Plastikmüll und Klärschlamm aus Kärnten und Oberitalien. Mit diesen Ersatzbrennstoffen reduziere das Werk die Energiekosten um die Hälfte, heißt es von der Geschäftsführung.

Für Umweltreferent Rolf Holub (Grüne) ist dies ein Genehmigungsdschungel: „Es gibt hundert Bescheide und tausend Auflagen.“ Nun solle es für die Zementwerke nur noch einen gültigen Bescheid geben, „da werden sicher Stoffe herausfallen, die lange nicht verwendet wurden, aber auch Stoffe, die giftige Abfälle beinhalten. Diese dürfen dann nicht mehr verbrannt werden.“ Das Land bestehe künftig auch auf strengeren Kontrollen, sagt Holub: „Wir werden eher auf Kontrolle, als auf Vertrauen setzen.“

„Existenz des Betriebes gefährdet“

Die Wietersdorfer verzichten auf die Verbrennung gefährlicher Abfälle, nicht aber auf Ersatzbrennstoffe, reagiert Geschäftsführer Wolfgang Mayr-Knoch. Bei Verbot der Ersatzbrennstoffe sei das Werk nicht wirtschaftlich zu führen, es stehe die Existenz des Betriebes und seiner 220 Mitarbeiter auf dem Spiel. Auch der Betriebsrat appelliert, für eine Zukunft des Werkes zu sorgen.

Im Zuge der seit vielen Jahren laufenden UVP würden auch Umweltthemen beleuchtet, betont Geschäftsführer Mayr-Knoch. In den nächsten Jahren plane das Werk stark in den Umweltschutz zu investieren, so soll um zehn Millionen eine Nachverbrennungsanlage errichtet werden. „Sie soll dafür sorgen, die Umwelt möglichst wenig zu belasten“, so Mayr-Knoch. Drei Millionen wurden bereits in eine Quecksilberreduktionsanlage, die Emissionen wurden dadurch um 80 Prozent reduziert. Alle Schadstoffausstöße seien außerdem für die Bevölkerung auf der Homepage des Unternehmens einsehbar.

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