Fleisch und Milch noch HCB-belastet

Im Görtschitztal ist der Austausch von Futtermitteln nach dem HCB-Skandal fast abgeschlossen, die HCB-Werte in Fleisch und Milch haben sich aber kaum verändert. Grund dürfte sein, dass das Umweltgift noch in den Fettreserven der Tiere eingelagert ist. Eine Besserung wird mit dem Grünfutter erwartet.

Die Görtschitztaler Bauern müssen dieser Tage Geduld beweisen. Noch ist der Futtermittelaustausch in den 180 Betrieben nicht zur Gänze abgeschlossen, obwohl der Maschinenring seit Wochen mit seinen Lkws und Traktoren im Einsatz ist. Der Austausch sei im Plan, sagt Simon Fritz, der die Organisation von Seiten des Landes über hat. Nur vier Tage sei man durch starken Schneefall in Verzug geraten. Bis nächste Woche sollen dann alle belasteten Futtermittel ausgetauscht sein.

Das Futter wird im Zementwerk in Wietersdorf vakuumiert und zwischengelagert. Wie das Heu entsorgt werden soll, ist aber immer noch unklar. Auf dem Hof von Hans Erlacher in Wieting lag das kontaminierte Heu bis vor kurzem noch in der Tenne. Über den Austausch ist er zwar froh, der Landwirt lässt aber auch Zweifel an der Maßnahme anklingen: „Bei manchen Bauern sollen die Werte wieder steigen. Es dauert anscheinend länger, bis sich die Tiere vom HCB gereinigt haben.“

HCB in Fettreserven eingelagert

Tendenziell seien die Werte zwar bereits gesunken, aber nicht so rasch, wie man es erhoffte, sagt auch Gunther Vogl von der Lebensmitteluntersuchungsanstalt. Laut Tiermedizinern kann das an den Fettreservenliegen: Das Hexachlorbenzol ist im Fett der Tiere eingelagert, werden diese Fettreserven gebraucht, setzt sich auch das Umweltgift im Körper wieder frei. Durch die Futterumstellung und die nun auf die Welt kommenden Kälber würden die Tiere nun mehr ihre Fettreserven brauchen, so Vogl. Er rechnet damit, dass eine entscheidende Verbesserung mit dem ersten Grünfutter kommt.

Mögliche Belastung der Gülle wird untersucht

Die Bauern stehen unterdessen vor einem weiteren Problem: In den kommenden Wochen muss die Gülle auf den Wiesen ausgebracht werden. Ob der Dünger mit HCB belastet ist und welche Auswirkungen das auf den Boden haben kann, wird noch untersucht.

Entwarnung gibt es seit Samstag für Obst und Gemüse aus Hausgärten im Görtschitztal. Es wurde keine hohe HCB-Belastung festgestellt, der Verzehr sei daher ungefährlich, hieß es. Eine Ausnahme sind Kürbisse und Kräuter aus der Region – mehr dazu in HCB: Grünes Licht für Hausgärten.

Links:

Werbung X