Wietersdorfer produziert - ohne Blaukalk

Trotz Verzögerungen ist das Wietersdorfer Zementwerk noch am Freitag wieder in Betrieb gegangen. Es war nach dem HCB-Skandal für eine zweimonatige Revision geschlossen. Fehlende Unterlagen wurden am Freitag bei der Regierung eingereicht, ein Quecksilbermessgerät wurde ebenfalls überprüft.

Das Zementwerk Wietersdorf im Görtschitztal nahm am Freitag die Produktion - nun ohne HCB-belasteten Blaukalk - wieder auf. Ein Sachverständiger gab nach längerer Prüfung sein Einverständnis, nachdem das Vorhaben in der Früh gestoppt worden war. Ein Schadstoffmessgerät hatte nicht einwandfrei funktioniert. Von HCB- Krisenkoordinator Albert Kreiner wurde daraufhin kritisiert, dass die zweimonatige Revisionszeit offenbar nicht für die Reparatur des Gerätes genutzt worden sei. Ohne Nachweis dürfe der Betrieb aber nicht gestartet werden, ansonsten gebe es keine Gewissheit, dass die gemessenen Grenzwerte vertrauenswürdig seien, sagte Kreiner. Um 16.30 Uhr gab es schließlich doch grünes Licht, dem Werk wurde die behördliche Freigabe erteilt.

Werksleiter: Mit Werksstart im Plan

Laut Werksleiter Bernd Schaflechner lag man mit dem Werksstart im Plan: Dieser wäre sowieso erst für Freitagabend vorgesehen gewesen. Man habe erst in dieser Woche erfahren, welche Dokumente das Land außerdem vorgelegt haben wollte. Nach der am Freitag erfolgten Überprüfung soll der Betrieb sauber laufen. Vorstandsdirektor Wolfgang Mayr-Knoch will Fehler künftig vermeiden, auch wenn vorerst kein Blaukalk mehr eingesetzt werden soll: „Wir haben im Dezember letzten Jahres beschlossen, anlässlich der HCB-Thematik in alle Ecken des Werkes zu leuchten und eine breite Messkampagne durchzuführen – auch für Schadstoffe, die gar nichts mit dem HCB zu tun haben, um absolut sicherzustellen, dass wir keine Emissionen in die Umwelt geben.“

Entsorgung „am Stand der Technik“

Das Land Kärnten verlautbarte am Donnerstag, dass die technischen Voraussetzungen für eine einwandfreie Verarbeitung von HCB-belastetem Blaukalk bei Wietersdorfer nicht vorlagen. Darauf angesprochen sagte Mayr-Knoch, dass die Entsorgung von belastetem Material, das zu einem hohen Prozentsatz Kalk enthalte, Stand der Technik und nur in Zementwerken möglich sei. Ob jemals wieder HCB belasteter Blaukalk in Klein St. Paul verarbeitet wird, steht aber in den Sternen. Die Wietersdorfer haben den Vertrag mit der Donau Chemie einseitig gekündigt, was dort auf Unverständnis stößt. Eine einvernehmliche Lösung wird aber von beiden Seiten angestrebt.

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