Keine Lösung für 150.000 Tonnen Blaukalk

Rund 150.000 Tonnen Blaukalk lagern auf dem Gelände der Donau Chemie in Brückl. Mit Entzug der behördlichen Genehmigung für die Verwertung des Blaukalks durch das Wietersdorfer-Werk nach dem HCB-Skandal scheint eine rasche Entsorgung des Materials in weite Ferne gerückt.

Zwei Monate lang wurden im Wietersdorfer Werk in Klein St. Paul Instandhaltungsarbeiten durchgeführt, am Freitag wird die Produktion wieder aufgenommen. Blaukalk kommt als Ersatzrohstoff jedoch nicht mehr zum Einsatz, die Genehmigung zur Verbrennung wurde der Firma seitens der Behörde entzogen. Damit stellt sich die Frage, was mit den bestehenden Mengen an Blaukalk aus der Altlast der Donau Chemie in Brückl geschehen wird.

Kreiner: Wietersdorfer müssten „gewaltig investieren“

Das Land Kärnten sieht primär die Donau Chemie am Zug, sagte Albert Kreiner, der HCB-Koordinator des Landes: „Zunächst ist natürlich das Unternehmen, die Donau Chemie gefordert, hier eine Lösung für die weitere Sanierung zu finden. Wenn diese Lösung steht und mit dem Fördergeber, dem Umweltministerium, abgestimmt ist, können wir als Behörde auf den Plan treten und schauen, ob dieser Vorschlag auch behördlich hält."

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt dürfen die Wietersdorfer keinen Blaukalk verbrennen, so Kreiner: "Wenn ich mir die technischen Grundlagen anschaue und die Situation, die zu diesem Fehlverhalten geführt hat, muss ich leider festhalten, dass ich glaube, dass die technischen Voraussetzungen für eine Blaukalk-Verbrennung bei den Wietersdorfern nicht gegeben sind - sie müssten technisch gewaltig investieren.“

„Probebrennung“ in Niederösterreich - Bescheid erteilt

Der Bescheid zum Brennen von verseuchtem Blaukalk wurde vom Land auf der Grundlage einer Probebrennung in einem Werk in Niederösterreich erteilt. Weil damals bei der Probebrennung kein HCB nachweisbar war, habe man dem Werk vertraut. Prüfungen auf HCB waren im Bescheid des Landes nicht vorgesehen, sagte Albert Kreiner damals. Das Projekt habe ja keinerlei HCB-Emission vorgesehen, deswegen seien keine Messungen nötig gewesen - mehr dazu in HCB: „Gesundheitsministerium war informiert“.

Donau Chemie: Suchen nach Lösungen

Im Werk der Donau Chemie in Brückl werden unterdessen Altlasten wie Schwermetalle abgebaut, die nicht mit HCB belastet sind. Der bestehende Vertrag zur Verwertung des Blaukalks zwischen Donau Chemie und Wietersdorfer, wurde seitens der Wietersdorfer Gruppe gekündigt, was noch ausjudiziert werden wird. Donau Chemie-Vorstandsvorsitzender Franz Geiger. „Der Blaukalk wird derzeit zwischengelagert, es wird nach Lösungen gesucht. Wenn wir diese haben, werden wir sie auch präsentieren.“

Blaukalk-Versiegelung wäre denkbar

Wietersdorf habe sich bemüht, die Ausschreibung zu gewinnen um diesen Blaukalk zu verarbeiten - "wobei nicht steht, wo der verarbeitet werden muss. So gesehen existiert unsrer Meinung nach ein Vertrag, auch wenn sie ihn nicht im Görtschitztal verarbeiten“, so Geiger. Sollte es zu keiner Lösung in der Frage der Verwertung kommen, denkt Geiger über eine Sicherung bzw. Versiegelung der bestehenden Blaukalk-Menge nach, er setzt aber auf Gespräche und eine einvernehmliche Lösung.

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