Öffis sollen Alpen-Adria-Region mehr vernetzen

Um die Alpen-Adria-Region mit öffentlichen Verkehrsmitteln besser zu erschließen greifen Kärnten und Friaul-Julisch-Venetien in den Steuertopf. Deutliche Zuwächse verzeichnet die Zugverbindung zwischen Villach und Udine. Auch die Busverbindung Klagenfurt-Laibach soll attraktiver werden.

Einen Tagesausflug nach Udine, nach Laibach, oder von den Nachbarn aus gesehen eine Fahrt nach Klagenfurt - das machen auch Zug und Bus möglich. Mehrere private Unternehmen haben sich zur Gesellschaft „Kärnten Bus“ zusammengeschlossen. Seit März 2014 fahren sie zwischen Laibach und Klagenfurt, neben Tagesgästen zählen Studenten zu ihren Kunden. Bis November waren 11.000 Fahrgäste mit dem Laibach-Bus unterwegs. Für das zweite Bestandsjahr sind 15.000 bis 20.000 Fahrgäste das Ziel.

Marusa Makovec aus Klagenfurt studiert in Laibach Dolmetsch und fährt lieber mit dem Bus als mit dem Zug: „Man muss nicht in Villach umsteigen. Der Bus fährt direkt nach Laibach und das ist super.“

Neue Haltestellen geplant

Der Fahrplan wird in einigen Wochen noch verbessert. Der Frühbus wird mit kleineren Bussen bedient, das ermöglicht auch spätere Abendverbindungen. Auch neue, attraktive Haltestellen sind geplant, sagt Mirko Zeichen von „Kärnten Bus“: „Wir möchten am Loiblpass die Tscheppaschlucht anbinden, an der wir ja vorbeifahren. Das ist sehr interessant für Fahrgäste aus Slowenien. Wir haben bereits mit der Gemeinde Ferlach besprochen, dass wir das bewerben. Wir müssen uns mehr in Slowenien präsentieren, sodass die Leute nach Kärnten kommen.“

Zugverbindung nach Italien: 21 Prozent mehr Passagiere

Der Zug zwischen Udine und Villach fährt schon länger als der „Kärnten Bus“. Er ist schon bekannter, es kommen mehr Italiener nach Kärnten als Kärntner in Richtung Udine fahren.

Ein regelmäßiger Gast ist Tonino Stefano: „Ich komme oft mit dem Zug nach Villach und überhaupt nach Österreich. Leider gibt es nur wenige Verbindung, aber ich bin froh, dass es diese Zugverbindung jetzt gibt, die ein bisschen hilft.“

Christoph Posch von den ÖBB sagt zu den ständig steigenden Fahrgastzahlen: „Wir haben zweistellige Zuwachsraten. Alleine im Vorjahr sind in beiden Richtungen um 21 Prozent mehr Fahrgäste gefahren. Das entspricht in etwa 70.000 Fahrgästen, die die Regionalexpressverbindung genutzt haben.“

Vor allem bei Radfahrern beliebt

In Kärnten ist der Zug vor allem unter Radfahrern bekannt, die ihre Räder im Zug mitnehmen können. Sonja Perkonigg aus Villach nutzt diesen Service: „Ich fahre öfter mit dem Zug von Udine nach Villach - überhaupt im Frühling und Sommer. Es gibt hier sehr gute Angebote für das Reisen mit dem Rad.“

Holub: Geduld macht sich bezahlt

Rolf Holub ist für den öffentlichen Verkehr in der Landesregierung zuständig. Er steht zu den Subventionen für Bus und Bahn: „Wir sehen es am Beispiel der Schweiz: Es dauert drei Jahre, bis es funktioniert. Diese Arbeitsplätze, die hier geschaffen wurden, hat es früher nicht gegeben.“

Immerhin 450.000 Euro pro Jahr zahlt Kärnten für den Zug, 1,2 Millionen zahlt Italien jährlich dazu. Vergleichsweise gering ist die Förderung für den Bus mit 348.000 Euro für insgesamt vier Jahre.

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