Grüne präsentierten HCB-Erkenntnisse

Der grüne Abgeordnete Miachel Johann ist Mitglied des HCB-U-Ausschusses. Am Donnerstag präsentierte er seine Erkenntnisse: Demnach hätte Wietersdorfer keine technische Möglichkeit gehabt, den Kalk bei der nötigen Temperatur zu brennen. Es sei bekanntgewesen, dass er verdampfe.

Die Grünen präsentierten erste Ergebnisse, die die Sichtung der Unterlagen rund um die Sanierung der Altlastendeponie K20 in Brückl bisher ergab. Demnach soll in einer Studie zur Deponiesanierung aus dem Jahr 2008 bereits darauf hingewiesen worden sein, dass die Einbringung von Blaukalk in der Rohrmühle zu HCB-Emissionen führen müsse. Das Zementwerk hätte diese Art der Verwertung damals auch abgelehnt, wird in der Studie zitiert.

Brennen in Zementwerk nicht vorgesehen

In der Variantenstudie des oberösterreichischen Instituts G.U.T aus dem Jahr 2008 wurden verschiedene Möglichkeiten untersucht, wie die Altlastendeponie am besten saniert werden könne, darunter auch die Verbrennung in einem Zementwerk. Damals kam man zu dem Ergebnis: Wird der Kalk aus der Kalkdeponie auf der kalten Seite des Brennofens zugegeben, verdampfen damit Schadstoffe, die mit dem Abgas ausgetragen würden. Daher sei eine solche Art der Verwertung nicht vorgesehen, und werde auch vom Betreiber des angeführten Zementwerkes in Wietersdorf abgelehnt, heißt es in der Studie.

Für den Grünen Michael Johann steht damit fest: „Wietersdorf hat bereits 2008 gewusst, dass, wenn man den HCB-belasteten Blaukalk bei der Rohmehlmühle aufkippt, er verdampft und per Abgas im ganzen Land verteilt wird. Es ist nicht zu verstehen, dass Wietersdorf sagt, man hat das nicht gewusst.“

„Technische Voraussetzungen nicht vorhanden“

Auch hinsichtlich des Bescheides des Landes, in dem den Wietersdorfern die Verarbeitung von Blaukalk erlaubt wird, übte Johann Kritik. Er sprach von missverständlichen Angaben. Bereits die Planunterlagen des Werks, die genau darstellen sollten, wo der Kalk eingebracht werde, seien unpräzise gewesen: „Wo sich die Rohmehlmühle, das Drehrohr befinden, welche Förderbänder und Verbindungen es gibt, ist aus dem Plan nicht zu entnehmen. Das hätte die Behörde zurückweisen müssen. Das Werk hat hier offenbar nicht mit offenen Karten gespielt, sie hatten damals keine technische Möglichkeit, den Blaukalk aus der Tinkalbox an dieser Schnittstelle zwischen Kalzinator und Drehrohrofen einzubringen, wo es 1.100 Grad hat.“ Diese technischen Voraussetzungen hätte das Werk laut Johann erst im letzten Jahr gebaut.

Wie es dazu kommen konnte, sollen die Vertreter der Wietersdorfer und Peggauer Zementwerke und Donau Chemie AG nun am kommenden Mittwoch im U-Ausschuss klären, sagt Johann. Sie sind als erste Zeugen in der öffentlichen Sitzung geladen. Der Geschäftsführer der Wietersdorfer Zementwerke, Wolfgang Mayr-Knoch, sagte auf ORF Anfrage, er sei damals nicht eingebunden gewesen und kenne die von den Grünen veröffentlichte Studie nicht. Gerichte und der HCB U-Ausschuss würden die Sache aufklären.

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