HCB wurde ein Jahr lang emittiert

Aus dem Wietersdorfer Zementwerk ist ein Jahr lang giftiges Hexachlorbenzol (HCB) an die Luft abgegeben worden. Das ergab eine Untersuchung von Fichtennadeln. Gesundheitsschäden durch die Luft werden allerdings ausgeschlossen.

Um Dauer und Konzentration des Umweltgiftes Hexachlorbenzol in der Umwelt festzustellen, untersuchte das Institut für Umwelthygiene in Wien in der Region Fichtennadeln der vergangenen drei Jahre. Maximal 13 Monate lang soll demnach HCB emittiert worden sein.

Die Untersuchung habe außerdem gezeigt, dass die Bevölkerung des Görtschitztales keinen Schaden durch Hexaclorbenzol erlitten habe - zumindest nicht über die Luft, sagt Albert Kreiner, Krisenkoordinator des Landes. Sowohl die Menge an Hexachlorbenzol in der Luft als auch die Dauer der Einwirkung lasse diesen Schluss zu. Die Dauer der Emission sei zwar länger als gedacht, dafür aber in geringem Ausmaß.

Lebensmitteluntersuchungen nicht abgeschlossen

Von den 900 gezogenen Lebensmittelproben wurden bisher mehr als die Hälfte ausgewertet. Eine Risikoabschätzung für Gemüse und Obst aus den Hausgärten im Görtschitztal, die gemeinsam mit der Ages, der Agentur für Ernährungssicherheit, durchgeführt werden wird, steht noch aus. Laut einem Zwischenbericht der Landesregierung war ein Viertel von 349 ausgewerteten Lebensmittelproben mit HCB belastet, davon neun Prozent über dem Grenzwert – mehr dazu in Proben: HCB-Zwischenbericht liegt vor.

Weil die Grenzwerte für Abfälle wie HCB trotz Anratens nicht erhöht worden sind, kritisierte das Umweltbundesamt in der „Kronen-Zeitung“ (Samstag-Ausgabe), dass ein ganzer Wirtschaftszweig geschont worden sei. Dies gelte nicht für Kärnten, so Kreiner. Das Land sei an die Bundesgesetze gebunden und habe hier keine Einflussmöglichkeit auf Grenzwerte.

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