HCB: Donau Chemie pocht auf Verbrennung

Die Wietersdorfer Zementwerke haben den Vertrag zur Blaukalk-Verbrennung mit der Donau Chemie zwar gekündigt. Die Donau Chemie geht jedoch davon aus, dass der Vertrag nach wie vor gültig ist – und dass die Verbrennung die sinnvollste Lösung sei.

Am 19. Dezember habe man den Vertrag zur Verbrennung des mit dem Umweltgift HCB versetzten Blaukalks gekündigt, teilten die Zementwerke in Brückl am Montag mit – mehr dazu in w&p kündigt Vertrag mit Donau Chemie. Bleibt die Frage, was mit der Altlast im Görtschitztal nun weiter passieren soll.

Der Vorstandsvorsitzende der Donau Chemie, Franz Geiger, reagierte verwundert auf die Kündigung des Vertrages: „Wir verstehen die Kündigung der Wietersdorfer nicht.“ Man habe „eine andere Sichtweise“ und gehe davon aus, dass der Vertrag einzuhalten sei. Im Notfall sei dies auch einklagbar, jetzt würden alle Optionen geprüft, so der Vorstandschef der Donau Chemie. Sollten nun die Anwälte am Zug sein oder die Verbrennung neu ausgeschrieben werden, könnte es jedenfalls einige Monate dauern, bis wieder begonnen werden kann, den verseuchten Blaukalk zu entsorgen.

Donau Chemie: Verbrennung am sinnvollsten

Die Donau Chemie ist auch weiter der Meinung, dass die Verbrennung des Blaukalks die umweltschonendste Variante sei. Die sachgemäße Verbrennung des giftigen Materials bei ausreichender Temperatur - und nicht wie bisher im Görtschitztal mit zu geringen Temperatur - sei auch für Umweltorganisationen wie Greenpeace eine sinnvolle Möglichkeit diese Altlast zu beseitigen, sagte Geiger zum ORF Kärnten.

Auch sei es nicht sinnvoll, den Blaukalk zu einer anderen Verbrennungsanlage zu bringen, der Weg von der Deponie in Brückl nach Wieterdsorf sei ja nur kurz. „Umweltgerechte Verwertung heißt auch, dass man nicht Hunderte Kilometer mit mehreren Hundertausenden Tonnen Kalkschlamm durch die Gegen fährt“, so Geiger.

w&p stellen Unterlagen zur Verfügung

Von den Zementwerken hieß es am Dienstag in einer Aussendung, man sei um Aufklärung und Transparenz bemüht. Man wolle den Ursachen der Belastung auf den Grund gehen. Die Betriebsunterlagen würden deswegen an Umweltministerium, Land und Greenpeace übergeben werden, sagte Christina Fromme-Knoch von w&p Zement. Bereits letzte Woche seien die Unterlagen der Ermittlungsbehörde übergeben worden.

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