HCB: Greenpeace rät weiter zu Vorsicht

Eine Entwarnung in Sachen Hexachlorbenzol (HCB) im Görtschitztal kommt für die Umweltschutzorganisation Greenpeace zu früh. Sie mahnt weiter zur Vorsicht, lobt aber die Informationspolitik der Landesregierung in den vergangenen Tagen.

Es sei nicht bekannt, wie viel HCB tatsächlich über das Wietersdorfer Zementwerk in die Umwelt gelangt sei, so die Umweltorganisation am Samstag. Die Angaben schwanken tatsächlich zwischen 25 und 900 Kilogramm.

„Solange nicht bekannt ist, wie viel HCB tatsächlich in die Umwelt und die Nahrungskette gelangt ist und vor allem, ob auch andere Umweltgifte in relevanten Mengen vom Zementwerk ausgestoßen wurden, halten wir es für verfrüht, eine Gesundheitsgefahr auszuschließen“, erklärte Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster.

Experten hatten Freitagabend in Brück und Klein St. Paul bei den ersten beiden Informationsveranstaltungen des Landes nach dem HCB-Skandal versichert, dass es nicht zu einer Gesundheitsgefährdung kam - mehr dazu in HCB: Experten orten keine Gesundheitsgefährdung.

Unterschiedliche Angaben

Tatsächlich ist die Bandbreite der Menge des offensichtlich ausgestoßenen Umweltgiftes groß. Kärntens Umweltlandesrat Rolf Holub (Grüne) sagte bei der Informationsveranstaltung in Brückl, dass im „worst case“ etwa 900 Kilogramm HCB emittiert worden seien. In einem Interview mit dem „Kurier“ (Samstagsausgabe) erklärte hingegen der Geschäftsführer der Zementwerke, Wolfgang Mayr-Knoch, dass die Wietersdorfer Zementwerke „wahrscheinlich“ in den zweieinhalb Jahren der Blaukalk-Verbrennung „20 bis 30 Kilogramm“ ausgestoßen hätten. Finales Untersuchungsergebnis läge allerdings noch keines vor, so Mayr-Knoch.

Die Kritik von Greenpeace richtete sich vor allem in Richtung der Risikobewertung der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Diese sei „nicht nachvollziehbar“, erklärte Schuster.

Nähere Informationen noch vor Weihnachten

Lob gab es hingegen für die Informationspolitik des Landes in den vergangenen Tagen. „Wenn das Land den angekündigten Plan, am 17. Dezember die umfangreichen Analyse-Ergebnisse zu veröffentlichen, einhält, hoffen wir, dass die betroffene Bevölkerung noch vor Weihnachten ein genaueres Bild über das Ausmaß des HCB-Skandals erhält“, so Schuster. Greenpeace kündigte zudem eigene Informationsveranstaltungen für die Bevölkerung an.

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