FPÖ: Erste HCB-Werte schon 2013

Schon im Herbst 2013 hat es laut FPÖ eine HCB-positive Rindfleischprobe im Görtschitztal gegeben. Die bäuerliche Vermarktungsgesellschaft BVG dementierte dies. Bei der Probe sei Rindfleisch aus mehreren Bundesländern vermischt worden.

Im Herbst 2013 sei Rindfleisch aus dem Görtschitztal der BVG Vermarktungsgemeinschaft mit HCB belastet gewesen. Eine Babynahrungsfirma habe dieses Fleisch damals zurückgeschickt, so Ragger am Donnerstag. Niemand sei damals informiert worden, kritisierte Ragger. Wenn Landwirtschaftskammerpräsident Johann Mößler davon gewusst habe, müsse er zurücktreten. Landwirtschaftskammer-Präsident Mößler weist das zurück. Er habe erst Ende November von diesem Gerücht, die BVG betreffend, gehört und dafür keine Bestätigung gehabt.

BVG: Fleisch aus mehreren Bundesländern

Von der bäuerlichen Vermarktungsgesellschaft BVG heißt es, es handelte sich nicht um eine reine Kärntner Probe. Damals sei Fleisch von 54 Rindern aus mehreren Bundesländern gemeinsam zerkleinert worden. Darin sei eine minimale Spur von HCB entdeckt worden, nämlich 0,078 Milligramm/Kilogramm. Der gesetzliche Grenzwert für Rindfleisch liege für HCB bei 0,2 mg/kg. Damals habe man an eine Verunreinigung aus Pestizid-Rückständen gedacht, aber diese nicht Kärnten zuordnen können. Die Werte betrugen 0,078 Milligramm, der Grenzwert liege bei 0,2 Milligramm. Er sei also nicht überschritten worden.

Der Babynahrungshersteller wollte 0,0 Prozent Belastung, daher habe er das Fleisch nicht angenommen.

FPÖ fordert politische Konsequenzen

Ragger kritisierte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz auch die Dreier-Koalition. Er sprach von „Skandal“, „Husch-Pfusch-Aktion“ und „Ungereimtheiten“. Er und Klubobmann Christian Leyroutz erneuerten die Rücktrittsaufforderung an Umweltlandesrat Rolf Holub von den Grünen. Ihm werfen sie vor, schon im März 2014 von der HCB-Belastung in Milchprodukten gewusst und nicht gehandelt zu haben, was Holub ja bestreitet. Rücktrittsreif sei auch Gesundheits-Referentin Beate Prettner (SPÖ).

Auch Maria Luise Mathiaschitz-Tschabuschnig, heute SPÖ-Vizebürgermeisterin in Klagenfurt, damals Umweltärztin des Landes, geriet nun in das Kreuzfeuer der FPÖ. Ihre damalige Rolle sei zu untersuchen, forderte die Partei am Donnerstag. 2003 habe Mathiaschitz als damalige Umweltärztin ein Gutachten für die Abfallverwertung bei Wietersdorfer verfasst, allerdings sei damals noch kein Blaukalk verwertet worden.

Leyroutz: Vor U-Ausschuss Experten befragen

Die Aufklärung der politischen Verantwortung soll der HCB-Untersuchungsausschuss bringen, das wollen auch die Freiheitlichen. Sie fordern aber, dass zuerst alle Experten befragt werden, dann erst die Politiker. Nur so könnten alle Fakten aufgeklärt werden, sagte Klubobmann Leyroutz. Mit der Ladung von Politikern aus den eigenen Reihen - Uwe Scheuch und Gerhard Dörfler - habe das nichts zu tun. „Wir sehen das problemlos, weder Scheuch und Dörfler hatten hier Kompetenzen“, sagte Leyroutz. Dem Vorsitzenden des U-Ausschusses, Wilhelm Korak vom BZÖ, wirft die FPÖ-Spitze vor, eine Politshow zu veranstalten.

Mößler: Ungeheuerliche Behauptung

Landwirtschaftskammerpräsident Mößler meldete sich am Donnerstagnachmittag in einer Aussendung zu Wort: Die Behauptungen von Ragger seien „ungeheuerlich“, dass man schon im Herbst 2013 Bescheid gewusst haben solle, weil man an der Vermarktungsgesellschaft beteiligt sei. Diese Beteiligung, so Mößler, betrage 0,025 Prozent und sei symbolisch. Daher informiere die BVG die Kammer nicht über Geschäftsvorgänge.

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