HCB: Land informierte Bürgermeister

Nach massivem öffentlichem Druck hat das Land die Informationsoffensive zum HCB-Skandal verstärkt. Am Donnerstag startet die Blutuntersuchung für die Bevölkerung, am Freitag gibt es erste Informationsveranstaltungen in der Region.

Die Experten des Landes berichteten bei der Infoveranstaltung in Sachen HCB über den Letztstand - mehr dazu in: Landesregierung zu HCB: Nichts Neues. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) versicherte den Gemeindevertretern, dass alle Untersuchungsergebnisse publik gemacht werden, sobald sie vorliegen: „Wir versuchen dort mit jenen Informationen, die täglich mehr werden, auch dazu beizutragen, dass wir wissen, woran wir sind, und die Wahrheit ungeschminkt auf den Tisch zu legen.“

Bericht an Bund beschlossen

Neue Untersuchungsergebnisse wurden nicht präsentiert. In der außerordentlichen Regierungssitzung wurde von der rot-schwarz-grünen Koalition ein Bericht an das Landwirtschafts- und das Gesundheitsministerium beschlossen - einstimmig, da Landesrat Gerhard Köfer die Sitzung verließ, um die Medien zu informieren. Volle Information setzt der Bund als Bedingung für die Hilfe bei technischem Gerät und Personal voraus.

Information für Bevölkerung

Die ersten Informationsveranstaltungen für die betroffene Bevölkerung wird es Freitagabend in Brückl (17.00 Uhr) und Klein St. Paul (19.00 Uhr) geben.

Holub: Panik nicht angebracht

Laut Umweltreferent Rolf Holub von den Grünen ist HCB auf der ganzen Welt vorhanden. „Ich habe HCB in mir, auch die Menschen im Umweltbundesamt werden HCB in sich haben. Das heißt, wir haben ein Problem mit HCB, aber es ist so, dass wir nicht von einer Panik sprechen müssen.“ Tatsächlich bestätigte Karl Kienzl vom Umweltbundesamt, dass zumindest nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen, die Gefahr nicht sehr groß sein dürfte. „Es sind von uns noch keine Werte gesehen worden, die wirklich einen Gesundheitsgefährdung nahelegen würden.“ Die Warnung vor dem Verzehr von Lebensmitteln aus dem Görtschitztal bleibt allerdings aufrecht.

Futtermittelproben: Ergebnisse noch im Dezember

Agrarreferent Christian Benger von der ÖVP sagte, dass die Futtermittelproben früher als geplant vorliegen werden. „Diese Futtermittelbeprobung wird voraussichtlich am Mittwoch fertig sein, die Ergebnisse sollten am 17. Bzw. 18. Dezember vorliegen.“

Kritik übte FPÖ-Obmann Christian Ragger an der Informationspolitik der Regierung: „Man hat jetzt Experten und Sachverständige beauftragt, Daten zu erheben – das hätte man aber schon am 7. November machen können bzw. vor einem halben Jahr.“

Köfer kritisierte Bericht und Beamte

In welcher Form der Bericht an den Bund erfolgt sei, ist laut Landesrat Gerhard Köfer vom Team Kärnten „beschämend“, und: „Es kann nicht sein, dass diejenigen, die damals den UVP-Bescheid unterschrieben haben und auch der zuständige Beamte, der damals nicht reagiert hat, nach wie vor mit dabei ist. Das würde es in der Privatwirtschaft nicht geben.“

Blutuntersuchungen starten

Noch im Lauf dieser Woche sollen die Menschen im Görtschitztal ihr Blut auf HCB hin testen lassen können. Nur bei Kindern muss wahrscheinlich ein anderer Test, etwa mittels Urin, Kot oder Haaren, durchgeführt werden. Die Wietersdorfer Zementwerke sollen 95 Prozent des verseuchten Blaukalks falsch verbrannt haben, hieß es bei der Informationsveranstaltung von der Regierung. Der alleinige Verursacher könne Wietersdorfer aber auch nicht sein.

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