HCB: Futtermittelkontrollen starten

Am Mittwoch starten laut Landesregierung amtliche Futtermittelkontrollen bei all jenen Betrieben, die noch erhöhte HCB-Werte haben. Die Landwirtschaftskammer kontrolliert parallel das Futter bei allen 268 Betrieben im betroffenen Gebiet.

13 Bauern dürfen aktuell ihre Milch nicht verkaufen. Sie wird abgeholt und entsorgt. Jener Bauer, dessen Milch die höchste Belastung an Hexachlorbenzol (HCB) hat, ist Anton Obersteiner aus Raffelsdorf bei Wieting.

Bauer Obersteiner
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Anton Obersteiner

Bauer: Fühle mich im Stich gelassen

Seine wirtschaftliche Situation ist bedrohlich: „Ich fühle mich von der Politik im Stich gelassen. Sie wissen schon von Anfang an, als das publik wurde, dass mein Betrieb jeder mit den höchsten Werten ist. Vorigen Donnerstag hatetn wir eine Sitzung in Klein St. Paul. Da wurde gesagt, dass das Futter ausgetauscht wird. Bis heute hat sich niemand gemeldet. Wahrscheinlich füttere ich das Gift weiter.“

Bauer Obersteiner
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Gemüse aus Garten vorerst nicht essen

Die Empfehlung des Landes, Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten noch nicht zu essen, bleibt einstweilen aufrecht, sagt die Umweltmedizinerin des Landes Barbara Kohlweg. In ein bis zwei Wochen werde eine Gesamtbeurteilung erwartet.

Prüfung möglicher zusätzlicher Verursacher

Bis jetzt ist lediglich bekannt, dass mit HCB verseuchter Blaukalk im Wietersdorfer Zementwerk bei zu geringer Temperatur gebrannt wurde. Aus diesem Grund konnte das Umweltgift auch freigesetzt werden. Krisenkoordinator Albert Kreiner sagt, es werde parallel geprüft, ob es einen oder mehrere zusätzliche Verursacher für die Umweltbelastung gibt.

Bei den Wietersdorfer Zementwerken steht das Projekt der HCB-Entsorgung. Wie es weitergeht ist unklar, sagte Geschäftsführer Wolfgang Mayr-Knoch am Mittwoch - mehr dazu in „Optimierung“ schuld an HCB-Skandal?.

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