Abgestürzt: Segelflieger-Pilotin gerettet

Ein Segelflieger ist Donnerstagnachmittag in der Nähe des Flugplatzes in Hirt in einem Wald abgestürzt und in einer Baumgruppe in sieben Meter Höhe hängen geblieben. Die Pilotin, eine 47 Jahre alte Deutsche aus Friesach, konnte unverletzt gerettet werden.

Die Pilotin startete am Nachmittag vom Flugplatz Hirt aus zu einem Rundflug. Über Dobritsch am Guttaringberg sackte der Flieger wegen Abwinden ab, die Pilotin konnte ihr Fluggerät nicht mehr hochziehen. Sie krachte gegen mehrere Bäume und blieb schließlich in einem Baum hängen - ein Flügel berührte den Boden, der andere ragte steil in die Höhe.

Segelflieger Absturz
Feuerwehr Micheldorf

Pilotin aus sieben Meter Höhe gerettet

Die Pilotin - sie ist Mitglied des Flugsportclubs Hirt - überstand den Absturz vollkommen unverletzt, konnte sich aber nicht selbst aus der Pilotenkanzel in sieben Meter Höhe retten und musste warten, bis Feuerwehr, Bergrettung und Polizei die Absturzstelle am Waldrand geortet hatten.

Abgestürzter Segelflieger
ORF

Flugclub-Obmann: „In einem Kessel gefangen“

Erst nach rund einer Stunde konnte die Frau aus ihrer misslichen Lage befreit werden. Sie selbst wollte über den Unfall nicht sprechen, der Obmann des Flugclubs Hirt, Phillipp Lesiak, ist aber mit der Pilotin, die mit einem Vereinsflugzeug unterwegs war, in Kontakt. Lesjak: „Sie war mit dieser Maschine, ein Einsitzer, schon am Rückweg nach Hause und ist dann eigentlich mit relativer Sicherheitshöhe, zurück zum Platz geflogen. Leider hat sie dann, weil sie in ein Abwind-Feld geraten ist, die Entscheidung getroffen, dass sie an einem Ort östlich des Platzes an einem Berg, wo immer ein Aufwind zu erwarten ist, probiert, an Höhe zu gewinnen. Sie hatte das Pech, dass dieses Abwind-Feld nicht aufgehört hat. Sie hat sich dann dort, wie wir sagen, in dem Kessel gefangen und kam nicht mehr raus. Das Gelände rundherum war höher als sie und sie konnte nicht mehr rausfliegen. Es blieb ihr nur der Ausweg solange zu kreisen, bis sie die Bäume mit relativ langsamer Geschwindigkeit streifte. Dann haben die Bäume sie gefangen. Es war fast Glück für sie, dass die Maschine in der Luft hängengeblieben und nicht auf dem Boden aufgeschlagen ist. Die Maschine ist natürlich ein Totalschaden aber das allerwichtigste ist, dass sie mit dem Schrecken davongekommen ist."

Segelflieger
ORF

Trotz Unfalls will Pilotin wieder fliegen

Bei der Bergung des Flugzeugwracks standen 58 Feuerwehrleute und mehrere Bergretter im Einsatz. Die Pilotin lässt sich im Krankenhaus untersuchen. Lesiak: „Ein Segelflugzeug ist ja kein Auto mit Airbag. Man hängt zwar in einem Vierpunkt-Gurt drin, aber die Verzögerung ist stark. Sie hat ein paar Prellungen und ist auch lange in dem Flieger gehangen, bis die Hilfskräfte sie aus de, Flieger holten. An und für sich geht es ihr aber gut. Sie hat natürlich einen ordentlichen Schrecken davongetragen, will aber trotzdem weiterfliegen. In der Segelfliegerei ist es eben so: Wir haben keinen Motor, kein Netz, keinen doppelten Boden. Es kommt vor, dass Maschinen nicht auf Flugplätzen landen aber normalerweise eben nicht in Baumwipfeln, sondern auf einer Wiese.“

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